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Glöckner.
Volksschulen erscheint mir allerdings der zunehmende Einfluß Herbarts."
Der wahrheitliebende Leser wird etwas erstaunt sein, wenn er im zweiten
Angriff liest, daß dies folgende Bedeutung haben soll: „Die Falkschen
„Allgemeinen Bestimmungen" enthalten ebensowenig wie die Herbartsche
Pädagogik widerchristliche Tendenzen. Das ist aber nur ein negatives
Lob. Der Tadel gegen beide ist: Sie entsprechen nicht den Forderungen
des für unseren Volksschulunterricht höchst maßgebenden Prinzips, nämlich
des evangelisch-nationalen." Ein ander Mal wird der Tadel gegen den
Herbartianismus „präzis" dahin zusammengefaßt, daß er das unserem
evangelischen Bekenntnis eigne Element gesunder Mystik ignoriere. Diese
gesunde Mystik stehe zu dem Grundzuge unsres deutschen Volkes in
näherem, innigerem Verhältnisse, als zu der Eigenheit anderer Nationen.
Weil daher der Herbartianismus sich fremd stelle zur Grundeigentümlich
keit unseres Volkes, so könne er ihm nicht förderlich sein. — Dagegen
gebe ich zu bedenken, daß eine allgemeine wissenschaftliche Pädagogik,
die nicht bloß für das deutsche Volk bestimmt ist, nicht speziell auf die
Eigenheit des deutschen Volkes Rücksicht zu nehmen hat, sondern dies
der individuellen Handhabung der Pädagogik jedes einzelnen Volkes
überlassen muß; dies verlangt aber die Herbartische Pädagogik selber
durchaus, und es ist deshalb der Vorwurf ganz unhaltbar, weil die
Herbartianer mit der Berücksichtigung der Individualität
resp. Nationalität den größten Ernst machen. Individualität
soll freilich für Herbart nur „Verschiedenheit der Einkörperung" (Heft 1
S. 10) sein. Um darüber nicht abenteuerliche Vorstellungen aufkommen
zu lassen, sehe ich mich veranlaßt, etwas deutlicher auseinander zu setzen,
was uns die Individualität bedeutet:
1. Das Psychische bietet den ersten Bestimmungsgrund der In
dividualität in der natürlichen Beschaffenheit seiner eignen Bestandteile,
d. h. in der Qualität der Vorstellungen dar, von denen einerseits
einem großen Teile nach wiederum die Arten der Gefühle und Be
gehrungen, andererseits die in dem Gedankenkreise des Individuums vor
herrschenden Richtungen abhängen.
2. Der zweite Bestimmungsgrund in dem Psychischen als solchem
für die Individualität liegt in der Quantität der Vorstellungen und
Gedanken, und zwar in Rücksicht auf Extensität und Intensität des
Gemütes, in deren Unterschieden je eine neue Reihe psychischer Gründe
liegt, welche die Individualität speziell bestimmen.
3. Ein dritter Hauptgrund für die Jndividualitätsunterschiede liegt

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