Noch einige Worte über Herbarts Philosophie und Pädagogik rc. 113
der Abgeordneten behufs Abschaffung konfessionsloser
Schulen (denn konsequent kann vom Herbartischen Stand
punkte die konfessionslose Schule nicht gebilligt werden),
worin es u: a. heißt: „Die Nationalität ist für das Volk, was die
Individualität für den einzelnen ist, und hat die gleichen Faktoren:
einerseits eine Naturanlage, welche allen Gliedern der Nation gemeinsam
ist, anderseits einen Kreis von Vorstellungen aus seiner Geschichte, Sitte,
seinem Familien- und Volksleben, seiner Sprache, seinem Liederschatz rc.
Daß diese bei unsrer Nation einen vorwiegend christlichen Charakter hat,
verdanken wir dem Umstande, daß das Christentum unser Volk noch in
seiner Jugendlichkeit antraf, im deutschen Volkstum viele Anknüpfungs
punkte fand und die Nationalität sich erst am Christentum und durch
dasselbe herausbildete. Die Völkerpsychologie hat die Thesis
aufgestellt, daß mit dem Untergange der Nationalität auch
der Untergang des Volkes, wenigstens als Kulturvolk,
gegeben sei. Daher würde mit dem Christentum zugleich
das deutsche Volk vernichtet werden." Dies alles zusammen
genommen zeigt, daß schon unsere Psychologie uns mit Notwendigkeit
dahin führt, die Natur unsres Volkes sehr stark zu berücksichtigen und
die gerade unsrem Volke von alters her zugeschriebenen Eigenschaften,
die Vaterlandsliebe, das innige Heimatsgefühl, die Natursinnigkeit, die
aufrichtige Frömmigkeit, mannhafte Gesinnung, Treue und Ernst im
Leben und Streben unsern Schülern anschaulich zu machen und ihre
Herzen dafür zu erwärmen und zu gewinnen, insonderheit das religiöse
Moment zu berücksichtigen, kurz auf das religiös-nationale
Prinzip in unsrer Pädagogik das größte Gewicht zu
legen; und das religiös-nationale Leben ist natürlich für einen großen
Teil unseres Volkes das evangelisch-nationale. (Fortsetzung folgt.)
Ernst Wilhelm Kegel -s-.
Ernst Wilhelm Kegel, geboren den 6. Dezember 1835 zu Fürsten-
Ellgut in Schlesien, war der Sohn sehr armer Eltern und wuchs in
kümmerlichen Verhältnissen auf. Sein Vater war ein gottseliger Mann,
der seine Kinder in großer Treue, Gewissenhaftigkeit und Strenge erzog,
sie zu Gottes Wort Md Gebet und von Jugend auf zu christlichem
Lebenswandel anhielt. Wenn der Knabe die Schafe hütete, was er in
ganz früher Jugend schon thun mußte, so las er fleißig alle geistlichen
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