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Biermann,
Schule. Den Schluß bildete ein mit Musik begleiteter Chorgesang, eine
zweite zu diesem Zweck gedichtete Arie. Die Kirche war so voll als
kaum in den vorhergehenden Festtagen. „Gott gab denen, obschon teils
kleinen Kindern die Gnade, daß keines auch nur mit einer Silbe anstieße,"
und viele konnten sich der Freudenthränen nicht enthalten. Nach Schluß
des Gottesdienstes ging der Zug wieder in die Superintendentur, wo
die Kinder nach vielen guten Ermahnungen seitens des Geistlichen nach
Hause entlassen wurden.
Noch einmal die geistliche Schulaufsicht.
Unter dieser Überschrift bringt Nr. 10 der diesjährigen Mg. Ev.--
Luth. Kirchenzeitung einen Artikel eines preußischen Schulmannes über
Dörpfelds bekanntes, unsere Frage behandelndes Buch und sucht dessen
Anschauungen als irrtümlich zu widerlegen. Von anderer Seite gehen
dem Ordner Schreiben zu, in denen Dörpfeld gegen Sincerus verteidigt
und weitere Beleuchtung der Sache erbeten wird. Es erscheint mir zweck
mäßig, wenn erfahrene, sachkundige Männer, welche selbst weder Lehrer
an Volksschulen noch Schulinspektoren sind, etwa Seminar-Direktoren,
sich zur Sache objektiv äußern wollten, damit Material darüber schon vor
dem Kasseler Evangelischen Schul-Kongreß gesammelt werde, auf dem
die Frage wohl behandelt werden wird. Nach dem Grundsätze Audiatur
et altera pars lasse ich den Äußerungen meines Freundes Sincerus
zunächst hier eine westdeutsche Zuschrift folgen, indem ich mir vorbehalte,
geeigneten Falles weitere Bemerkungen drucken zu lassen. Alle Einsender
aber bitte ich dringend, recht ruhig und ohne persönliche Gereiztheit
schreiben zu wollen, wie es evangelischen Christen und Schulfreunden
zusteht. Kolbe.
An den Herausgeber des Evangelischen Monatsblattes, Herrn Prof. Lic.
Dr. Kolbe, Gymnasial-Direktor zu Treptow a. Rega.
Hochgeehrter Herr Ordner!
In der Nummer 3 des Evangelischen Monatsblattes, welche uns vor
einigen Tagen zu Händen kam, findet sich ein kleiner, „Sincerus" unter
zeichneter Artikel: „Die geistliche Schulaufsicht", welcher von Ihnen mit
einigen Zeilen begleitet ist.
Wir, die Unterzeichneten, sämtlich Mitglieder des evangelischen Lehrer
vereins für Rheinland und Westfalen und des Deutschen Evangelischen

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