Abermals Herbart und Herbartianer.
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täte zu gewinnen, so ist diese Anmaßung und Verirrung allezeit von der
gläubigen Christenheit mit vollstem Recht entschieden zurückgewiesen
worden. Es ist dieser Wissenschaft bis jetzt auch gelungen, alle irre
führenden kirchlichen Richtungen niederzuhalten, die allerdings, wie die
Rationalisten des 18. Jahrhunderts (Semler, Steinbart, I. D. Michae
lis rc.) und die Protestantenvereinler jetziger Zeit (Schenkel, Lipsius,
Biedermann rc.) in die Thorheit (den „gnostischen Sauerteig") verfallen
sind, unsere Religion zu einem Objekt der Wissenschaft zu machen und
der Philosophie einen gewissen Einfluß auf ihre „Fortentwickelung" zu
gestatten.
In viel höherm Sinne ist die Theologie eine normative Wissen
schaft. Sie erhebt mit Recht den Anspruch, daß es die Philosophie mit
der Weltanschauung der Offenbarungslehre als dem lösenden Schlüssel
in ihrem Bereiche versuche und dadurch die volle Einheit der beiden in
Rede stehenden Wissenschaften herstellen helfe.
Und der Beweis dafür, daß die Theologie in der That solchen
Anspruch erheben darf? Er ergiebt sich nicht aus „philosophischen De
duktionen", s. S. 322 des „Protestes", sondern wieder nur aus der „Ge
schichte und Erfahruug, der beweiskräftigsten Philosophie" (Hamann);
es ist, mit anderen Worten, der Beweis des Geistes und der Kraft,
den das Evangelium nun schon viele Jahrhunderte dadurch
geliefert hat, daß es für alle intelligentesten Völker) insbeson
dere für die edelsten Glieder derselben der^ alleinige Lebens
grund geworden, darauf sie ihr wahres Leben erbaut haben.
(Vergl. auch Hamann, Zweifel und Einfälle: „So wie alle Arten der
Unvernunft das Dasein der Vernunft und ihren Mißbrauch voraussetzen:
so müssen alle Religionen eine Beziehung auf den Glauben einer ein
zigen, selbständigen und lebendigen Wahrheit haben, die, gleich unserer
Existenz, älter als unsere Vernunft sein muß, und daher nicht durch
die Genesis der letztern, sondern durch eine unmittelbare Offenbarung
der erstern erkannt werden kann. Weil unsere Vernunft bloß aus den
äußeren Verhältnissen sichtbarer, sinnlicher, unstetiger Dinge den Stoff
ihrer Begriffe schöpft, um selbige nach der Form ihrer inneren Natur
selbst zu bilden und zu ihrem Genuß oder Gebrauch anzuwenden: so liegt
der Grund der Religion in unserer ganzen Existenz und außer der
Sphäre unserer Erkenntniskräfte, welche alle zusammengenommen
den zufälligsten und abstraktesten modum unserer Existenz ausmachen.
Daher jene mythische und poetische Ader aller Religionen, ihre Thor-

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