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Sturmfels,
des Moloch, Adramelech, Milkom (Saturn) bei zahlreichen vorderasiatischen
und nordafrikanischen Völkern.*) Diese Greuel sind schon im alten
Testamente durch den Dekalog verpönt. Besondere Verbote gegen den
Molochdienst finden sich 3. Mose 18, 21; 20, 2—4. Im neuen Testa
mente wird das leibliche Leben besonders wert gehalten. Denn nicht
bloß der Geist und die Seele, auch der Leib soll unsträflich erhalten
werden auf die Zukunft unseres Herrn Jesu Christi. 1. Thess. 5, 23.
Auch der Leib ist für die Ewigkeit bestimmt und soll verklärt werden.
Phil. 3, 21. Dazu kommt, daß es im Geiste des Christentums liegt,
nicht verloren gehen zu lassen, sondern zu erhalten, zu pflegen, zu gewinnen.
(Math. 18, 11, speziell mit Rücksicht auf die Kinder: Math. 18, 14.)
In allen Staaten, welche vom Geiste des Christentums berührt
worden sind, ist das Leben der Kinder durch Staatsgesetze geschützt.
Hierher gehören die Gesetze gegen den Mord, die Gesetze über die Unter
stützungspflicht, die Gesetze zur Überwachung der in Kost hinausgegebenen
Säuglinge und Haltekinder, die Vormundschaftsgesetze. Das Recht der
Kinder auf gesetzlichen Schutz ihres Lebens und auf Sicherstellung ihrer
Verpflegung ist also staatlich anerkannt.
Auch die Veranstaltungen der christlichen Liebe in Krippen und Be
wahranstalten geben Zeugnis davon, daß christlicher Sinn das genannte
Recht als ein unabweisbares anerkennt.
Doch nicht bloß auf körperliche, auch auf geistige Pflege haben die
Kinder ein wohlbegründetes Recht. Das Christentum selber ist eine
Veranstaltung zur geistigen Rettung und Pflege der Menschen. Das
Recht der Kinder auf geistige Pflege kann deshalb für Christen nicht im
mindesten zweifelhaft sein. Dasselbe ist auch von der staatlichen Gesetz
gebung anerkannt durch Gesetze über Schulzwang und Vormundschaft.
Die staatliche Gesetzgebung sollte noch einen Schritt weiter gehen mit
Gesetzen, welche geeignet wären, die heranwachsende Jugend vor schäd
lichen Einflüssen in Litteratur, Presse, öffentlichen Lustbarkeiten, Ent
heiligung der Sonn- und Feiertage und dergleichen zu schützen.
Ein Recht auf christliche Pädagogik haben naturgemäß alle
Kinder von Christen, auch die nicht getauften. Denn vermöge des Erb
rechtes haben die Kinder ein Recht nicht blos auf die materiellen, sondern
auch auf die geistigen Güter, welche ihren Eltern zu Gebote stehen.
Wenn Eltern, welche den gebildeten Ständen angehören, ihre Kinder
*) Winer, biblisches Realwörterbuch. Leipzig b. Reclam. 1874. II. Bd., S. 101.

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