Wissenschaftliche Darstellung der christlichen Pädagogik. 261
eine christliche, hat sich erst das Familienleben christlich gestaltet, so muß
die Erziehung von selber eine christliche werden.
Doch fehlt es auch nicht an ausdrücklichen Geboten, welche christliche
Eltern an ihre Pflichten zur christlichen Pädagogik erinnern: 1. Mos.
18, 19. Spr. 13, 24; 19, 18; 22, 15; 23, 13; 29, 17. Eph. 6, 4.
1. Timoth. 5, 8. Matth. 18, 5.
Ist das Familienleben ein recht christliches, so werden ältere Ge-
schwister nicht leicht ein störendes Element hineinbringen. Anders verhält
es sich bei dem Gesinde. Es ist deshalb nötig, bei der Auswahl des
selben die größte Vorsicht an den Tag zu legen. Es ist ferner nötig,
auch dem Gesinde die Lebenslust des christlichen Familienlebens inso
weit zu gönnen, daß sein christliches Leben darin gesunden, erstarken und
sich entfalten kann. Dabei müssen die Einwirkungen des Gesindes auf
die Kinder beständig überwacht werden.
Der Verkehr mit solchen Leuten, welche störend auf den im christ
lichen Familienleben waltenden Geist einwirken würden, muß vermieden,
oder wenn dies nicht möglich ist, durch Zurückhaltung und Warnung
unschädlich gemacht werden.
Schwieriger gestaltet sich die Aufgabe der christlichen Pädagogik
den in der Familie lebenden oder mit der Familie verkehrenden mit
erziehenden Verwandten und Freunden gegenüber. Eine vielköpfige Regie
rung taugt in der Regel nichts; bei der Erziehung ist sie ganz und gar
vom Übel. Bloß dann kann ein günstiger Erfolg erzielt werden, wenn
alle miterziehenden Personen sich von demselben Geiste leiten lassen, von
dem in dem christlichen Familienleben waltenden heiligen Geiste. Dabei
muß von Allen die väterliche Autorität als die dem Kinde gegenüber
maßgebende anerkannt sein. Wird dies von den miterziehenden Ver
wandten und Freunden nicht beachtet, so müssen die Eltern die genannte
Miterziehung beschränken und nötigenfalls unschädlich machen, sollen aber
die Liebe zu den Verwandten und die Achtung und Ehrfurcht (Groß
eltern) vor denselben zu erhalten suchen.
b) In der Kirche.
Die Pflicht der Kirche zur christlichen Pädagogie ist allgemein in
ihrem Wesen und im besonderen durch den Auftrag des Herrn begründet.
Die Kirche hat als Heilsanstalt die Pflicht, mit ihren Gnadenmitteln und
Ordnungen ihre unmündigen Glieder zu erziehen. Sie hat aber auch
die besondere Verpflichtung, auf die häusliche Erziehung durch die Seel-

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