262 Sturmfels, Wissenschaftliche Darstellung der christl- Pädagogie.
sorge und auf die christliche Erziehung in den Schulen durch Erteilung,
Leitung und Beaufsichtigung des Religionsunterrichtes, sowie durch Über
wachung des religiös-sittlichen Zustandes derselben einzuwirken. Konfir
mandenunterricht, Konfirmation und Katechismuslehre bieten für die
christliche Pädagogie ein ergiebiges Feld, welches die Kirche mit allem
Fleiße zu bebauen hat. Die. Erhaltung persönlicher Beziehungen zwischen
dem Geistlichen und der konfirmierten Jugend ist auch über die Zeit der
Katechismuspstichtigkeit hinaus im Interesse der christlichen Pädagogie
zu erstreben.
Erläuterungen:
Die Kirche bietet die heilsame Gnade dar, welche uns erzieht, Tit.
2, 12, sie bringt das Gebot Jesu zur Ausführung, Matth. 28, 10:
Gehet hin und lehret alle Völker.
Die Erteilung des Religionsunterrichtes ist Psticht der Kirche. Sie
hat den Auftrag dazu vom Herrn empfangen. Es ist aber durchaus
nicht nötig, daß diese Psticht allein durch die Prediger erfüllt werde.
Auch andere Glieder der Kirche können diesen Dienst leisten: Lehrer,
Katecheten. Dieselben handeln alsdann im Aufträge der Kirche, folglich
auch unter der Aufsicht und Leitung derselben. Die Konfirmation steht
in hohem Ansehen bei den Gliedern der evangelischen Kirche, was schon
daraus zu ersehen ist, daß Konfirmationsentziehungen im ganzen selten
vorkommen. Die Konfirmandenstunde wird überall gerne besucht. Von
Seiten der Geistlichen wird viel treue Arbeit daran gewendet. Trotzdem
nimmt man wahr, daß die konfirmierte Jugend vielfach der Kirche, ja
selbst der Religion bald fremd wird. Es ist deshalb dringend wünschens
wert, daß die persönlichen Beziehungen, welche durch Konfirmaudenunter-
richt und Konfirmation zwischen Geistlichen und Katechumenen hergestellt
wurden, erhalten werden. Hierzu dient vor allem die Katechismuslehre,
welche in ihrer hergebrachten katechetischen Art den Zwecken der christ
lichen Pädagogie wirksamer dient, als Jugend-Gottesdienste, und durch
diese nicht verdrängt werden darf. Als paffende Mittel für den gleichen
Zweck empfehlen sich Volksbibliotheken, Kirchen-Gesangvereine, Fortbil
dungsschulen, Jünglingsvereine und ähnliche Vereinigungen, deren Grün
dung von lokalen Verhältnissen abhängt.

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