über die dortigen Schulverhältnisse.
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ad 12. Wenn Isaak in dieser wichtigen Stunde seines Lebens
wirklich seinen Gedanken keinen in Worte gefaßten Ausdruck gegeben
hätte, so hat er doch gewiß im Herzen geseufzt. Der Ausdruck „beten"
ist also wohl nicht anfechtbar, sollte ihn auch der Urtext nicht unmittel
bar enthalten.
ad 13. Hier enthält die Änderung das Gegenteil vom Bibeltext.
ad 14—16. Diese Sätze enthalten eine Frage für sich, ob und
wie derartige Sachen überhaupt mit Kindern zu behandeln sind, deren
Erörterung den Raum dieses Referats übersteigt. Was gerade den Aus
druck „gebären" anlangt, so habe ich denselben bisher in meiner Klaffe
stets ohne Anstoß gebraucht und gebrauchen lassen.
ad 17. Die Antwort setzt ein Fragen voraus. Das Leben des
greisen Simeon drehte sich nun die Frage: Herr, wann kommt dein
Messias? Endlich antwortet der heilige Geist. Die Änderung ist hier
entschieden Abschwächung.
ad 18. Da das 4. und 5. Hauptstück auf dem Lehrplan der
Berliner Gemeindeschulen nicht mehr steht, so sollten die Kinder wenigstens
die Einsetzungsworte der Sakramente aus der biblischen Geschichte „unver
kürzt" lernen. Die Worte „zur Vergebung der Sünden", sind doch aber
nach Luthers Meinung das Hauptstück im Sakrament und dürfen
nicht wegbleiben.
Eine ungerechtfertigte Kürzung kommt außerdem vor in der Ge
schichte von der Fürbitte Abrahams für Sodom und Gomorrha. Abraham
bittet sechs Mal, und die demütigen Einleitungen der Bitten: HErr,
zürne nicht, daß ich noch einmal rede, „Ich habe mich unterwunden mit
Dir zu reden, wie wohl ich Erde und Asche bin", sind so ergreifend,
daß ich sie keinenfalls den Kindern auf der Oberstufe vorenthalten möchte.
Bei Bertram heißt es einfach: „Es möchten vielleicht 50 Gerechte in
der Stadt sein, oder 45, oder 40, oder 30, oder 20, oder 10. Der
HErr sprach: Ich will sie nicht verderben nur der zehn willen.
Ebenso ungerechtfertigt ist es, wenn bei Christi Leiden in Geth
semane nur das eine, und zwar das dritte Gebet erwähnt ist. Dieser
große Moment muß den Kindern in voller Ausführlichkeit erzählt werden.
Eine Geschichte „von der Auferstehung Jesu" giebt es in dem
Bertram'scheu Buche nicht, wohl aber eine unter der Überschrift:
„Das leere Grab". Da haben am Ende doch wohl die Hüter nicht
Unrecht gehabt, als sie thaten, wie sie gelehret waren, und sagten:
Seine Jünger kamen und stahlen ihn, dieweil wir schliefen. Dieses

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