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Glöckner,
nicht als Deckmantel unsrer Trägheit benutzen. Denn bei der Mystik
pflegt es sowohl an der Einsicht als am Willen zu fehlen; vgl. dazu
Ziller: „Die theoretische Mystik des Neuplatonismus, die sog. Theosophie
schloß nicht bloß alle Wellerkenntnis an die Gotteserkenntnis an, wie
es die theoretische Mystik immer thut, sondern verzichtete auch auf alle
denkende Erkenntnis, die immer zur Einsicht notwendig ist. Sie glaubte
Gott und in Gott alles schauen, d. i. unmittelbar erkennen zu können,
während das Denken eine mittelbare, eine durch Urteil und Schluß ver
mittelte Erkenntnis ist. Aber sie verzichtete zugleich auf alles Wollen,
wie die praktische Mystik, also auf alles selbständige Streben, zum
Schauen zu gelangen, obgleich sie auf dem Wege einer solchen besondern
Art von Religion das Glück suchte. Sie stellte das Glück Gott anheim,
scheinbar in religiösem Gottvertrauen, das jedoch in Wahrheit niemals
ohne ein entsprechendes Wollen ist". Man muß durchaus die Mittel,
die Gott für die Erreichung des Zweckes in die Welt hineinlegte, durch
menschliche Thätigkeit ergreifen und benutzen; das ist ja überall im
Reiche Gottes Regel und Gesetz. Es gilt auch hier: Arbeiten, als ob
alles Beten nichts hülfe.
Deshalb machen wir den größten Ernst damit, den ge
samten Unterricht in den Dienst der sittlich-religiösen
Charakterbildung zu stellen, deshalb steht bei uns das
religiös-sittliche Moment durchaus im Zentrum alles
Unterrichts. Wenn dies aber nicht eine bloße Phrase sein soll, so
muß dafür gesorgt werden, daß in dem Geiste des Zöglings wohl
geordnete Vorstellungsmassen durch den Unterricht erzeugt werden, die
auf das innigste unter einander verschmolzen sind und ihren Einigungs
und Zentralpunkt im Religiös-Sittlichen haben; es müssen daher solche
Vorstellungen sein, die entweder selbst sittlicher Art sind oder doch dem
Sittlichen in der Ausführung zu Hilfe kommen. Deshalb muß im
Unterricht auch gesorgt werden für die Kenntnis der wirklichen Welt,
in welcher der Zögling einmal handelnd auftreten soll. Aber das Wissen
soll nicht totes Kapital sein; es soll das entsprechende Wollen dazu
kommen. Wie kann dies durch den Unterricht geschehen? Dadurch, daß
alles Lernen nur dazu dienen soll, das Interesse anzuregen. Das
Interesse ist ja eine Vorstufe des Wollens. Es ist also die gewöhnliche
Vorschrift: Der Lehrer soll suchen, für das, was er vorträgt, zu inter
essieren, nicht in dem Sinne zu nehmen, als sei das Lernen Zweck, das
Interesse das Mittel; sondern umgekehrt ist das Verhältnis: Das
Lernen soll vorübergehen, das Interesse soll bleiben.

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