Wäre nicht das Internat für die Präparanden-Anstalten rc. 283
Wäre nicht das Internat für die Präparanden-Anstalten,
das Externst für die Seminare zweckmäßiger und
wünschenswert?
(Kurze aphoristische Begründung.)
Die Präparanden, wie sie jetzt und auch wohl trotz der „neuen Be
stimmungen" in Zukunft aus der Volksschule hervorgehen, bedürfen
einer besonderen formalen Schulung und Erziehung für das Seminar
und den Lehrerberuf. Das Haus, namentlich der Volksschichten, aus
denen sie jetzt hervorgehen, läßt ihnen oft nicht die Erziehung zu teil
werden, welche für einen künftigen Volkserzieher zu wünschen ist.
Beide Ziele scheinen am besten erreicht zu werden durch Aufnahme
bald nach der Konfirmation in ein Alumnat, das wo möglich auf dem
Lande angelegt wird, unter Leitung eines tüchtigen Lehrers, der, von
einem Hülfslehrer unterstützt, so viel als möglich als Hausvater mit den
Zöglingen lebt, sie, außer guter formaler Schulung, zur Ordnung, zum
Gehorsam, zur Vaterlandsliebe auf gesunder, christlicher und kirchlicher
Grundlage erzieht. Die Zahl der Zöglinge in einer Anstalt dürfte da
her auch nicht 20—25 überschreiten.
Eine zweckmäßige Hausordnung unterstützt diese Aufgabe, indem sie
neben der geistigen Übung auch die körperliche Entwickelung durch Garten
arbeit, auch wohl etwas Ackerbau, Turnen, Baden, gemeinsame Spazier
gänge, bei einfacher, aber nahrhafter Kost fördert.
Eine Verbindung der Präparandenanstalt mit der Volksschule er
scheint als Zersplitterung von Kraft und Zeit nicht wünschenswert. Das
Lehrgeschick findet sich durch die eigene tüchtige Schulung und kann durch
zweckmäßig geleitete Repetitionen der Präparanden unter sich neben Über
sicht und Beherrschung des Lehrstoffes gefördert werden. Diese Zwecke
und Ziele werden bei einiger Staatsunterstützung auch am billigsten
in einem Internat auf dem Lande erreicht.
Das Externst auf dem Lande und in den Städten wird den Eltern
kostspieliger und kann zu mancherlei Verführungen und bedenklichen
Excessen führen, zumal der Präparande den jetzt sehr verdorbenen, niede
ren Volksklassen näher steht als der Gymnasiast, der durch die Einflüsse
der noch immer einigermaßen ideal gerichteten klassischen Bildung, durch
die Einwirkungen gebildeteren Familienlebens, den größeren Abstand von
den niederen Volksklassen mehr getragen wird.
Doch haben sich ja auch auf den Gymnasien Pensionate wünschend-

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