das Externst für die Seminare zweckmäßiger und wünschenswert? 285
für ihren Beruf begeisterte Schüler bilden und geistig um sich scharen.
Der bildende Einfluß, der von einer bedeutenden Persönlichkeit ausgeht,
würde im Externat größer sein als im Internat; Beispiel auch hier die
deutsche Universität. Der bereits in der Präparandenanstalt formal
tüchtig vorgeschulte Seminarist hat nicht mehr so viel mit der geistig
klaren Auffassung und dem Ausdruck zu ringen, ist für die höheren Auf
gaben des Seminars befähigter, wenn es nicht allzu sehr an natürlicher
Begabung fehlt. Eine größere Gleichmäßigkeit der Vorbildung wird
den Fortschritt des Unterrichts sehr erleichtern. Mancherlei Unbeholfen-
heilen, Unarten, schlechte Gewohnheiten sind bereits abgeschliffen und
abgethan.
Der Staat würde bei Erbauung und Erhaltung der Seminare be
deutende Summen sparen, welche auf den Unterhalt, namentlich ärmerer
Seminaristen zu verwenden wären; z. B. indem für einen guten geregel
ten Mittagstisch gesorgt würde, die Beschaffung aber, sowie die Wohnung
der Seminaristen, je fnach den lokalen Verhältnissen, etwa der Privat
spekulation überlassen bliebe.
Bei der jetzigen Kasernierung der Seminaristen auf drei Jahre steht
aber zu befürchten, daß aus den stattlichen Palästen ein Lehrergeschlecht
hervorgehen werde, vor welchem dem Staate am Ende selbst grauen mag,
namentlich wenn die Kluft zwischen Kirche und Schule immer mehr er
weitert wird. Bei der einseitigen Kopfbildung unserer Zeit auf Kosten
des Herzens werden solche Lehrer vielleicht ein smartes Geschlecht im
Sinne des Amerikaners bilden, aber ähnlich den Karrikaturen, wo der
Kopf unnatürlich, oft lächerlich groß entwickelt ist, die Brust aber klein,
das Herz darin verwelkt und verdorrt, die Gliedmaßen schwächlich.
(Für frühere Vereinsverhandlungen von einem in Präparandenbildung er
fahrenen Pastor eingesandt und jetzt zur Anregung abgedruckt; Vota darüber
werden erbeten, am liebsten an den Mitordner Herrn Seminar-Direktor Heine
in Köthen. Für eine Zusammenstellung wird der Vereinsvorstand sorgen.)
Das Brot in seiner Bedeutung für den Christen.
Von Pastor L. Schmidt in Zülzefitz bei Labes (Pommern).
In den alten, vorchristlichen Zeiten wurde das Brot nicht in der
länglichen Form gebacken, wie wir es heute gewohnt sind. Wie wir
aus dem Neuen Testament sehen, wurde das Brot damals in flachen
Fladen zubereitet, so daß es leicht gebrochen werden konnte und die An-

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