Die geistliche Schulinspektjon.
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giums; 7. Schutz des Schulunterrichts gegen äußere Störungen; 8. Dis
pensation der Schüler für kürzere Zeit; 9. gütliche Anmahnung der
Eltern behufs regelmäßigen Schulbesuchs; 10. Entlassung der Schüler;
11. Urlaubserteilung an die Lehrer auf kürzere Zeit; 12. Sicherung des
Einkommens der Schulstelle, sofern dasselbe nicht fixiert ist; 13. Aufsicht
und Mitsorge hinsichtlich des Schulgebäudes, der Utensilien, des Spiel-
und Turnplatzes, der Wege; 15. Verwaltung des lokalen Schulvermögens."
Der Lokalvorstand soll als ein Ausschuß hervorgehen aus einem größeren,
für den Zweck der Lehrerwahl aus Vertretern der politischen, der kirch
lichen und der Schulgemeinde gebildeten „Wahlkollegium"; bestehen soll
er aus fünf Mitgliedern, unter denen zwei, nämlich Pfarrer und Lehrer,
geborene Mitglieder sind: den Vorsitzenden bestimmt die Bezirksregierung,
in der Regel den Pfarrer; das Natürlichste wäre zwar, daß der Lehrer
den Vorsitz führte, wie der Bürgermeister im Magistrat, der Pfarrer
im Presbyterium, aber darauf sei einstweilen zu verzichten. Die tech
nische Inspektion wird, abgesehen von den Orten, wo sich mehrklassige
Schulen finden, in denen der betreffende Rektor oder Hauptlehrer mit
derselben betraut wird, in die Kreisinstanz verlegt, und zwar sind für
Wahrnehmung dieser Inspektion ausschließlich Fachmänner zu verwenden.
Das sind im wesentlichen Dörpfelds posiüve, die gegenwärtige Schul
verwaltung verbessernde Vorschläge. Es ließe sich ja allerlei gegen die
selben einwenden. Sie sind nicht frei von der unter „fachmännischen"
Schulpolitikern häufig herrschenden, irrtümlichen Auffassung, als sei die
Schule eine dem Staat und der Kirche koordinierte Institution; sie fordern
in der unter Nr. 1 bezeichneten Funktion des Lokalvorstandes eine schwer
durchführbare Scheidung in der Inspektion; sie machen nicht unerhebliche
Ansprüche an die öffentlichen Mittel; aber was jene Mängel anbetrifft,
so ließe sich denen abhelfen, und was das letztere angeht, so ,ist die
Sparsamkeit übel angebracht, wenn wirklich das Wohl der Schule auf
dem Spiele steht. Wir verzichten indes auf eine weitere Diskussion der
positiven Vorschläge. Das Hauptinteresse des Buchs liegt in der Be
streitung der geistlichen, d. h. der den Geistlichen als ein Privilegium
übertragenen Schulinspektion in erster und zweiter Instanz; gegen diese
kämpft Dörpfeld mit aller Energie; sein Buch wird geradezu hier und
da der Lehrerwelt als ein Arsenal für diesen Kampf empfohlen. Darauf
richten denn auch wir insbesondere unsere Aufmerksamkeit. Was Dörpfeld
gegen die geistliche Schulinspektion vorbringt, läßt sich in drei Sätze
zusammenfassen: Den Geistlichen fehlt die genügende Fachbildung; daher

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