Die geistliche Schulinspektion.
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besitzen, wohlgemerkt: in einem Mangel, der in erster Linie ein Mangel
ist in ihrer Ausbildung als Kirchendiener, als Geistliche.
Dazu kommt nun ein Zweites. Die Geistlichen haben sich bisher,
ein jeder in seiner Weise, um ihre pädagogische Ausbildung bemüht;
manchem hat der mehr mit Spott als mit Verstand bekämpfte sechs
wöchentliche Seminarkursus nicht unwesentliche Dienste geleistet, und
nicht wenige haben, wie schwerlich bestritten werden wird, Hervorragendes
erreicht. Solches Bemühen findet sich auch noch heute und nicht ohne
Erfolg. Wir sind aber überzeugt, es würde sich das heute in noch
weit höherem Maße geltend machen, es würde auch ohne Seminare um
die schulmännische Bildung der Geistlichen noch besser bestellt sein, als
es der Fall ist, wenn nicht die heutigen Verhältnisse den Geistlichen die
Empfindung erregten, es sei überhaupt ihre Schulthätigkeit nur noch
eine interimistische. Das muß anders werden. Die Schulinspektion
muß wieder ein Stück des geistlichen Amtes werden. Die nebenamtliche
Stellung der Schulinspektoren — auch Dörpfeld ist in seiner Weise
dagegen — ist durchaus vom Übel, nicht etwa nur im Hinblick auf das
Unwürdige in dieser allzeit widerruflichen Anstellung, sondern vor allem
im Hinblick auf die Schule, da dieser nebenamtliche Charakter der Schul
inspektion das Interesse nnd die Thätigkeit der Geistlichen für die Schulen
lähmen muß und thatsächlich lähmt, wie es anderseits auch den Vor
gesetzten der geistlichen Schulinspektoren die Energie in den an sie zu
stellenden Forderungen unterbindet. Aber wir verfolgen dies hier nicht
weiter. Wir wollten nur herausstellen, wie unbegründet die prinzipielle
Bestreitung der geistlichen Schulinspektion ist, herausstellen, daß Geist
liche, gerade je vollausgebildetere Geistliche sie sind und
je völliger ihnen die Schulinspektion als ein Privilegium
übertragen ist, um so mehr auch für die Schulinspektion
sich qualifizieren.
II.
So steht es um den ersten Einwand, den Dörpfeld gegen die geist
liche Schulinspektion erhebt. Erwägen wir nunmehr den zweiten. Es
wird, wie schon bemerkt, der geistlichen Schulinspektion weiter vorgeworfen:
sie involviere ein großes Unrecht gegen den Lehrerstand, sie schädige dessen
Berufsehre, dessen soziale Stellung und sittliche Haltung, ja, sie hindere
die Lehrerschaft, ein selbständiger, durch Selbstdisziplin starker Stand
zu werden. Wir irren wohl nicht, wenn wir in diesen Behauptungen
den Kern der Opposition gegen die geistliche Schulinspektion erblicken; es

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