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Classen, Bildung
Votum über die Frage: „Wäre nicht das Internat für die
Präparandenanstalten, das Externat für die
Seminare zweckmäßiger und wünschenswert?
Vom Seminarlehrer Oskar Classen in Ütersen (Holstein).
In Nr. 5 dieses Jahrgangs S. 283, ist die „von einem in Prä-
parandenbildung erfahrenen Pastor" mit einer kurzen aphoristischen Be
gründung eingesandte Frage: „Wäre nicht das Internat rc. — abge
druckt und die Einsendung von Voten darüber erbeten worden. Es ist
gewiß sehr dankenswert, daß durch die Veröffentlichung dieser Frage*)
unserm Vereine Anregung und Veranlassung gegeben worden ist, die für
eine gedeihliche und gesegnete Entwickelung unseres Volksschnlwesens so
wichtige Frage der zweckmäßigen und wünschenswerten Präparanden-
und Seminarbildung in Behandlung zu nehmen. Indem ich mein Votum
abgebe, sei es gestattet, die einzelnen Absätze der Begründung in Nr. 5
d. Bl. behufs kurzer Bezeichnung mit I. II bis XII zu bezeichnen.
I. Wenn es in diesem Abschnitte heißt: „Die Präparanden, wie
sie jetzt und auch wohl trotz den „neuen Bestimmungen in Zu
kunft aus der Volksschule hervorgehen, bedürfen einer besonderen for
malen Schulung und Erziehung für das Seminar und den Lehrer
beruf" — so muß gesagt werden, daß die „neuen" (soll wohl heißen:
allgemeinen?) Bestimmungen in keinem ihrer Paragraphen für die Volks
schule den Anspruch erheben, eine besondere Präparandenbildung sei nach
Ausführung ihrer Forderungen unnötig; vielmehr fordern die Allg. Be
stimmungen eine besondere formale Bildung für die Präparanden durch
ihre Paragraphen betreffend die Vorschriften über die Aufnahmeprüfung
an den Königl. Schullehrerseminaren und das sie begleitende Ministerial-
Reskript vom 15. Oktober 1872. Daß dies die Auffassung der Behörden
noch heute ist, zeigt die geschehene Gründung und Erhaltung von Königl.
Präparandenanstalten. Einverstanden bin ich mit der Forderung einer
auch ferneren besonderen formalen Schulung und Erziehung für das
Seminar nnd zwar in besonderen Präparandenanstalten.
II. Die Präparandenanstalten „wo möglich auf dem Lande" an
zulegen, halte ich für wenig empfehlenswert. Abgesehen davon, daß es
äußerst wünschenswert ist, den Gesichtskreis der aus den einfachsten Ver-
*) Was in diesem Blatte veröffentlicht wird, darf, wie wir wiederholt hervor
heben, natürlich nicht ohne weiteres als Ansicht des Vereins oder auch nur der
Redaktion gelten. Die Red.

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