Abermals Herbart und Herbartianer.
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Joh. 6, 53) gegeben und bis jetzt gelassen! („Wahrlich Gottes Gegen
wart selbst, seine Wirkung und Vereinigung gehöret dazu, daß wir er
leuchtet, lebendig und wiedergeboren werden. So nun solches durchs
Wort geschieht, muß Gott selber notwendig in und mit dem Wort gegen
wärtig sein. Daher heißt das Evangelium „eine Kraft Gottes."
Gott aber ist es, der in uns die Kraft wirket. Derhalben ist die Fort
pflanzung des seligmachenden Wortes von Anfang nichts anders, als
eine Verbindung und Vereinigung der Menschen mit Gott." S. Arnd
„Wahres Christentum" Bch. 5, II.)
Der Herbartianismus ignoriert also —, um es nun noch präziser,
markanter (für etliche auch ärgerlicher) zu sagen —, das unserm evan
gelischen Bekenntnis eigne Element gesunder Mystik, das zu dem Grund
zuge unsers deutschen Volkes (dem der vorherrschenden Innerlichkeit) in
näherem, innigerem Verhältnis steht als zu der Eigenheit anderer Na
tionen. („Es ist eine geschichtliche Thatsache, daß Eine Konfession nähere
Beziehung und Verwandtschaft zu Einem Volkscharakter hat als zu einem
andern, mag man sich die Sache erklären, wie man wolle; die eigen
tümlich deutsche Natur hat sich insbesondere in der lutherischen, zum teil
freilich auch in der daneben gehenden melanchthonischen Richtung aus
geprägt." v. Thrämer). Stellt er sich aber fremd zu der Grundeigen
tümlichkeit unseres Volkes, so kann er ihm nicht förderlich sein. Eine
sorgfältig ausgearbeitete „wissenschaftliche Pädagogik" hat ihr Gutes,
aber eine „evangelische" ist, zumal für unser deutsch-evangelisches
Volk, besser. (Beiläufig noch: Haben nicht schon geistreiche Heiden die
von der Herbartschen Pädagogik festgestellten Erziehungsziele als solche
erkannt und verwertet? Lykurg-Pythagoras: Charakterstücke der Sitt
lichkeit! Solon rc.: Vielseitigkeit des Interesses! Vgl. auch G. Baur,
„Grundzüge der Erziehungslehre, 3. Aufl. S. 92: „Philosophische
Schriften über Pädagogik, welche von den Spezialitäten der Methode
weniger beirrt sind, haben einen lebendigeren und reicheren Begriff der Er
ziehung aufgestellt. Am wenigsten ist dies noch bei dem Philosophen
der Fall, dem sonst der Ruhm gebührt, unter seinen Berufsgenossen am
angelegentlichsten für die Pädagogik sich bemüht zu haben, bei Herbart.
— Er übersieht allerdings die Beziehungen des Zöglings zur Außenwelt
nicht; wenn er aber in dieser Rücksicht nur „Vielseitigkeit des Interesses"
verlangt, so erscheint doch diese Bestimmung als zu einseitig intellektua-
listisch und zu leer formell.")
Um der später in unsern Verein aufgenommenen Mitglieder willen

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