von Präparanden und Seminaristen.
311
12. Die Leitung der Seminare wird im Seminardienst erfahrenen
und bewährten Männern übertragen.
Weitere Mitteilungen über die angeregte Frage sind willkommen.
Die Red.
Nach Reckahn.
Unter dieser Überschrift erhielt die Lehrerschaft Berlins in den Tagen
vor Pfingsten eine Einladung zu einer pädagogischen Wallfahrt, welche
am 16. Mai stattfinden sollte. Diese Einladung ging aus von der
„historischen Vereinigung" der Berliner Lehrer, an deren Spitze der
Schulinspektor Schillmann steht.
Welcher Pädagoge kennt nicht den Domherrn Friedrich Eberhard
von Rochow, Freiherrn auf Reckahn, und seinen treuen Gehülfen, den
Lehrer Heinrich Julius Bruns? Mögen sie in religiöser Beziehung
als Kinder ihrer Zeit Anhänger des Rationalismus gewesen sein, in der
Geschichte der Pädagogik werden ihre Namen stets mit Anerkennung
genannt werden. Rochow hat insofern mit Pestalozzi Ähnlichkeit, als
er manches richtig fühlte und ahnte und den Mangel an Klarheit des
Systems durch eine glühende Begeisterung für das Werk der Jugend
erziehung ersetzte. Rochow ist der Beförderer des Landschulwesens und
der Verfasser des ersten deutschen Volksschullesebuches, wie er es, seinen
„Kinderfreund", selbst nennt.
Es galt an seinem Todestage, der in diesem Jahre noch in die
Pfingstferien fiel (Rochow starb am 16. Mai 1805), einen Kranz auf
sein Grab zu legen. In früher Morgenstunde versammelten sich auf
dem Potsdamer Bahnhöfe in Berlin gegen 100 Lehrer, unter ihnen der
Stadtschulrat vr. Bertram, mehrere Schulinspektoren und eine Anzahl
Rektoren. Wir fuhren zunächst bis Brandenburg a. H., woselbst uns
die dortigen Kollegen empfingen und uns zu den Sehenswürdigkeiten ihrer
Stadt führten, z. B. der Katharinenkirche. Auch „Roland der Riese
am Rathaus zu B—randenburg" blieb nicht unberücksichtigt. Nach 10 Uhr
machten wir uns auf den Weg nach Reckahn, durch märkischen Sand
unverfälschter Qualität, teilweise durch Nadelwald, „im heißen Staube
des Mittags". Gegen 12 Uhr hatten wir das einsame Dörfchen erreicht.
Es hat etwa 300—400 Einwohner und liegt an der Plane, einem Neben
flüßchen der Havel. Vom Turme des Kirchleins tönte uns Glockenklang

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.