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Nutzen der Missionsgeschichte für die Schule.
Nutzen der Misfionsgeschichte für die Schule.
Von E. W. in M.
Es hat mich recht gefreut, in einer Nummer unseres Monatsblattes
einen kleinen Aufsatz zu lesen, der auf die große Bedeutsamkeit der Heiden-
Mission aufmerksam macht. Daß er Aufnahme in unser Blatt gefunden
hat, wird doch mehr von dem Gesichtspunkte aus geschehen sein, daß
die Kenntnis der Heiden-Mission nicht allein überhaupt für jeden Christen
insgemein, sondern auch insbesondere für die Schule von eigentümlichem
Werte sei. In der That ist ja diese Thätigkeit gegenwärtig jener Stellung
längst entwachsen, wo sie als „Liebhaberei einiger kleinen Kreise geistig
beschränkter Leute" von der Masse unseres Volkes und der wissenschaft
lichen Gebildeten insonderheit entweder nicht gekannt oder geringschätzig
übersehen war. Man hat bereits, ohne lächerlich zu werden, das gegen
wärtige Jahrhundert ein Missions-Jahrhundert und die Mission selbst
eine Großmacht, wohl gar die bedeutendste in der Geschichte der Gegen
wart nennen dürfen. Von angesehenen Staatsmännern hat sie Zeugnis
empfangen ihrer Wichtigkeit für die Staatskunst und für Staatsver
waltung in den außerchristlichen Landen. Meister der Wissenschaften
haben den Gewinn rühmend anerkannt, den alle Zweige derselben den
Leistungen dee Missionare danken. Es will sich daher für unsere höheren
Schulen nicht mehr schicken, vornehm an diesem zukunftsschweren Werke
Gottes vorüber zu gehen, als ob es gar nicht da wäre. Haben doch
schon auch die ordinärsten politischen Zeitungen Mitteilungen über den
letzten Krieg der Engländer gegen die Kaffern und Buren gebracht, und
dabei die Weise, wie die evangelische, insbesondere unsere preußische
Mission dabei beteiligt war, nicht ganz mit Stillschweigen übergehen
können.
Eben dieser Kafferkrieg aber regt mich an, hier in einer anspruchs
losen Bemerkung an einem einzelnen Beispiele zu zeigen, wie förderlich
die genauere Bekanntschaft mit unserer Mission in Afrika — denn diese
liegt uns im Nordosten am nächsten — für den Unterricht in der vater
ländischen Geschichte werden könne.
So oft ich unsere Berliner Missions-Berichte lese, drängt sich mir
immer wieder die Ähnlichkeit der Vorgänge in Afrika mit der Geschichte
der Verchristlichung des deutschen Volkes auf. Alles, was ich von den
Kaffern, ihrer stattlichen, schönen Leibesbildung, ihrem geweckten Geiste,
ihrer herrlichen, wohllautenden und überaus bildsamen Sprache, von

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