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Settau,
wäre es sehr wünschenswert, daß die tiefsinnigen Erörterungen unseres
Thrämer (auf die ich oben hingedeutet habe) und die daraus resultierenden
Forderungen an die Pädagogik, namentlich soweit ihnen der Verein zu
gestimmt hat, wieder einmal in Erinnerung gebracht würden. In ihnen
liegt eine entschiedene Verurteilung des der Herbartischen Schule anhaf
tenden Intellektualismus und Formalismus und damit ein Beweis, wie
sehr sie noch einer weitern Durchläuterung bedürftig ist, als diese schon
von Männern wie Ziller, Waitz, begonnen worden. Ich möchte nur
beispielsweise einige, besonders hierher gehörige, mit dem Obigen in naher
Beziehung stehende Thesen herausheben: „Nicht wenige evangelische Lehrer
und Prediger neuerer Zeit sind durch ihr Lehrverfahren mit schuld daran,
daß die „deutsche Gewissenhaftigkeit" (d. h. die ursprüngliche, auf der
überwiegend innerlichen Richtung beruhende und durch die Taufgnade
erneuerte größere Fähigkeit des Deutschen, Gottes unmittelbares geistiges
„Wort" innerlich zu vernehmen, sowie seine Neigung darauf zu achten)
eine so große Einbuße erlitten hat. — Es muß die gesunde nüchterne
(weil an Gottes geschriebenem Worte sich messende) deutsche Mystik
wiederhergestellt werden—, wie sie in Männern, wie Tauler, Luther,
Arnd, P. Gerhardt rc., den echten Typen und Normalgestalten unsers
Volks, lebendig gewesen. Luther, der als rechter Deutscher zunächst von
innerlichen (Gewissens--) Motiven zum Werke der Reformation gedrängt
wurde und dann auch ein solcher Beter war, den Gott nicht ohne inner
liche Antwort ließ, erklärt u. a. den Zwickauer Lügenpropheten gegenüber
gemäß Thess. 5, 19—21 und I. Kor. 14, 39, 29, daß es gar wohl
noch eine auf ein unmittelbar innerliches Wort Gottes sich gründende
Prophetie geben könne; nur sei sie, wie die alttestamentliche Prophetie,
an das schon geschriebene Wort Gottes insofern gebunden, als sie dem
selben nicht widersprechen, sondern es nur erweitern dürfe." — „Vor
nehmlich durch die Pestalozzische Schule ist die Forderung aufgestellt
worden, daß aller Unterricht auf Anschauung, auf äußere Sinnes
thätigkeit, insbesondere die des Auges, und damit zusammenhängende
Verftandesthätigkeit sich gründen solle. Mehr eingehende psychologische
Untersuchungen haben aber zu der Entdeckung geführt, daß das auf die
deutsche Kindesnatur nicht paßt, indem die deutsche Natur eben so sehr,
wo nicht noch mehr auf den Gebrauch des Ohres, auf das Vernehmen
(das innere Vernehmen) und die damit zusammenhängende Vernunft-
entwickelung angelegt und hingewiesen ist. Das tritt nun bei einzelnen
Unterrichtsgegenständen, namentlich den sog. ethischen, nach deren Natur

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