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Der Verein zur Erhaltung
ererbten evangelischen Volksschulen nach der andern zu Grabe getragen
wurde. Mehrere hundert Männer aus Rheinland und Westfalen schlossen
sich damals zusammen, um dem immer weiteren Umsichgreifen der Ver
heerung zu wehren und um überhaupt als Volksgewissen auf dem Volks
schulgebiete wirksam zu sein. Es hat Gott gefallen, ihr Vorgehen in
reichem Maße zu segnen und dem Vereine von Anfang seines Bestehens
an die namhaftesten Erfolge zu verleihen. Im Sommer 1879 fand auf
Veranlassung des Vereins in Berlin eine Versammlung hervorragender
Schulmänner und Schulfreunde aus allen Provinzen Preußens zum Pro
test wider die paritätische Volksschule statt (an welcher sich Mitglieder
der obersten Kirchenbehörde, wie des Deutschen Reichstages und des
preußischen Herren- und Abgeordnetenhauses beteiligten), und noch im
Herbst desselben Jahres nahmen die Schulgeschicke Preußens die bekannte
günstigere Wendung. Schon damals zählte der Verein ca. 1600 Mit
glieder. Inzwischen ist seine Mitgliederzahl auf 3200 gestiegen, und
nicht nur alle Gegenden des deutschen Vaterlandes, sondern auch alle
verschiedenen Stände und Berufsarten — von den Inhabern der höchsten
geistlichen und weltlichen Ämter an bis hin zu den einfachsten Arbeitern
und Tagelöhnern — sind in ihm vertreten.
So viel Glieder nun aber der Verein zählt, so viel Kanäle sind
ihm eröffnet, um in die Kreise des evangelischen Volkes hineinzudringen
und um allenthalben das Verständnis für die Bedeutung der evangelischen
Volksschule und die Liebe zu derselben zu mehren. Insbesondere läßt er
es sich dabei angelegen sein, Gleichgültigkeit und Vertrauensseligkeit zu
überwinden, Vorurteile zu beseitigen, Irrtümer und geflissentlich verbreitete
Unwahrheiten zu widerlegen, das Pflichtgefühl der Eltern in betreff der
Erziehung ihrer Kinder zu schärfen, den Unterschied zwischen christlicher
und nichtchristlicher Erziehung ins Licht zu stellen, auf das gegenwärtige
evangelische Volksschnlwesen belebend einzuwirken u. s. w. u. s. w. Dem
evangelischen Volksschulwesen soll eben im Volksleben selbst eine feste und
unumstößliche Basis gegeben und es soll mit Gottes Hilfe dahin gebracht
werden, daß man eben so wenig daran soll denken können, dem evan
gelischen Volke seine evangelische Volksschule zu nehmen, wie man bis
dahin daran gedacht hat (selbst in der größten Hitze des Kulturkampfes
hat man es nicht gewagt), der römischen Kirche ihren Beichtstuhl zu
nehmen.
Durch Vorträge, Broschüren, Flugblätter, Generalversammlungen rc.,
namentlich aber durch Herausgabe einer monatlichen Zeitschrift, die sämt-

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