Luther - Dank.
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Deutsche evangelische Christenheit! Wir rufen es dir ins Herz
hinein: Vergiß dabei deiner evangelischen Volksschule nicht! Auch
sie ist ja eine kostbare Frucht der Reformation. Auch sie verdankt ja
der gewaltigen Geistesbewegung, zu der Luther den Anstoß gab, ihre
Entstehung. Unter allem aber, was Luther geschaffen hat, oder was
durch ihn ins Leben gerufen wurde, sehen wir in der Gegenwart nichts
so gefährdet, wie eben die evangelische Volksschule. Der moderne
Zeitgeist hat ihre Zukunft in Frage gestellt. Es ist das die lauteste,
die mächtigste Aufforderung an alle evangelischen Christen Deutschlands,
die es nur geben kann, zu thun, was nur in ihren Kräften steht, um
das Jahr der 400jährigen Gedenkfeier der Geburt Dr. Martin
Luthers zu einem Jahr ganz besonderen Segens für die
deutsche evangelische Volksschule werden zu lassen, um mit
vereinter Kraft und durch ein gemeinschaftliches Werk der
Dankbarkeit und der Liebe auf ihre Erhaltung, Befestigung
und Neubelebung hinzuwirken.
Gelegenheit hierzu bietet sich einem jeden durch Beteiligung an der
unter dem Namen
Luther-Dank
von uns ins Leben gerufenen Sammlung. Zweierlei deutet dieser Name
an. Einmal, daß diese Sammlung ein Dankopfer des deutschen Volkes
sei für das, was Luther ihm und der ganzen Christenheit gewesen. Und
zum anderen, daß dieser Dank auch ganz und gar im Sinne und Geiste
Luthers an den Tag gelegt worden sei!
Ja, ganz und gar im Sinne und Geiste Luthers! Oder wie, ist
es unbekannt, wie sehr unserem Luther die Schulen, die christlichen
Schulen — von keinen anderen wollte er selbstverständlich etwas wissen
— am Herzen gelegen? Nur zwei Worte für die, welche es nicht oder
nicht hinlänglich wissen sollten. „Um der Kirche willen", erklärt er
einmal, „muß man christliche Schulen haben und erhalten. Denn Gott
erhält die Kirche durch die Schulen. Schulen erhalten die Kirche".
Und ein ander Mal schreibt er: „Man fürchtet sich für Türken, Kriegen
und Wassern; denn da verstehet man, was Schaden und Frommen sei;
aber was hie der Teufel im Sinne hat (indem er christliche Schulen
entweder nicht aufkommen oder zergehen läßt), siehet niemand, fürchtet
auch niemand, gehet stille herein. So doch hie billig wäre, daß, wo
man einen Gulden gäbe, wider die Türken zu streiten, wenn sie uns gleich
auf dem Halse lägen, hie hundert Gulden gegeben würden, ob man gleich

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