Luther - Dank.
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gestellt worden ist, verdanken wir nur dem Zusammentreffen ver
schiedener günstiger Umstände*), durch welches es uns ermöglicht
wurde, für die Besorgung der wichtigsten Arbeiten bis zum 1. April
k. I. ein Provisorium zu schaffen. Mit der größten Verlegenheit aber
und geradezu ratlos sehen wir dem Ende dieses Provisoriums entgegen,
wenn nicht die Liebe der evangelischen Christenheit zur evangelischen
Volksschule uns inzwischen zu der früher geforderten Minimalsumme
des „Christlichen Schulfonds" verhilft. Gebe Gott, daß der „Luther-
Dank" dieses Jahr es bewirke! Die Hälfte eben der unter diesem
Namen bei uns einlaufenden Gelder soll dem „Christlichen Schulfonds"
zugewandt werden und der Erhaltung, Befestigung und Neubelebung des
evangelischen Volksschulwesens eben dadurch dienen, daß uns unsere
Weiterarbeit ermöglicht wird.
Und die andere Hälfte? Nun, da handelt es sich um eine direktere
Bezeugung der Liebe, gewissermaßen aber auch um die Sühnung einer
alten Schuld. So hoch Luther von der Schule gehalten, so hoch standen
auch die Männer in seinen Augen, die in ihr arbeiteten. „Einen fleißigen,
frommen Schulmeister oder Magister", hat er einmal gesagt, „dem kann
man nimmer genug lohnen und mit keinem Gelde bezahlen". Und in
demselben Zusammenhange fährt er fort: „Und ich, wenn ich vom
Predigtamt ablassen könnte oder müßte, so wollte ich kein Amt lieber
haben, denn Schulmeister sein. Denn ich weiß, daß dies Werk nächst
dem Predigtamt das allernützlichste, größeste und beste ist, und weiß
darzu noch nicht, welches unter beiden das beste ist". Es läßt sich nicht
leugnen, daß die deutsche evangelische Christenheit nicht immer von der
gleichen Gesinnung dem Volksschullehrerstande gegenüber beseelt gewesen
ist. Schwerwiegende Versäumnisse und Verschuldungen liegen hinter uns.
Wie manchen treuen Lehrer hat man Jahr aus, Jahr ein mit der Not
des Lebens ringen lassen. Selbst jetzt, wo es in dieser Beziehung
wesentlich besser geworden, ist die Klage nicht unbegründet, daß die
Besoldungsverhältnisse, namentlich der älteren Lehrer, noch vielfach den
berechtigten Ansprüchen und Bedürfnissen, wie den Anforderungen, welche
an ihre Lebenshaltung und an ihre Leistungen gestellt werden, nicht
*) Insbesondere ist hier hervorzuheben, daß einige wenige Freunde (vor
wiegend aus Elberfeld, Barmen, Langenberg, Neviges, Wülfrath, Honnef u. s. w.,
aber auch aus dem Osten des deutschen Vaterlandes) und im Bunde mit ihnen
einige Pastoral-Konferenzen und Konferenzen für innere Mission in Bayern und
Schlesien uns auf etliche Jahre 3000 Mark Jahresbeiträge fest zusagten.

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