,Die geistliche Schulinspektion."
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hätte er leicht ersehen können, welcher Art die Einflüsse jenes Buches
auf dem Frankfurter Schulkrongreß gewesen sind, da er dann auch das
in demselben enthaltene Schreiben sechs niederrheinischer Lehrer, deren
Namen unter der Einladung zum Frankfurter Kongreß mit verzeichnet
waren, gelesen hätte.
Über seine Stellung zu der ministeriellen Rede will uns Rez. auch
ini unklaren lassen. Seine Ausflucht, „über jene Rede dürfte nunmehr
genug gestritten und das Für und Wider in den interessierten Kreisen
hinreichend bekannt sein", können wir nicht gelten lassen. An Herzens
ergüssen in Lehrerzeitungen hat es zwar nicht gefehlt, aber nur eine
wirkliche Gegenrede ist ihm geworden, und das ist eben Dörpfelds Leidens
geschichte. In diesem Buche ist die ministerielle Rede als ein ^anL be
sonders schwer wiegendes Moment dafür angeführt, daß in der Schul
verwaltung etwas nicht in Ordnung ist; auf welchem anderen Gebiete
würde der erste Vorgesetzte seine Untergebenen gelegentlich einer Land
tagsrede so bloßstellen, wie der Unterrichtsminister die ihm unter
stellten Volksschullehrer*) bloßgestellt hat? Der Rez. hätte sich darum
über seine Stellung zu jener Rede klar aussprechen sollen und entweder
sie verurteilen oder aber sie billigen müssen; im letzteren Falle mußte
er nachweisen, daß die von Dörpfeld gezogene, vorhin angeführte Schluß
folgerung unrichtig sei.
Er hat es vorgezogen, diese Klippe durch Schweigen zu vermeiden;
hat das Buch doch für ihn nur darum Interesse, „weil die geistliche Schul
aufsicht bestritten wird." Dieses offene Geständnis ist der beste Beweis
dafür, daß er nicht im Interesse der Schule**) an dem Privilegium (? die
Red.) der Geistlichen festhält. Es ist nur unbegreiflich, wie jemand sich
so offen aussprechen kann und dann Dörpfeld widerlegen will. Hätte
der Rez. Interesse für die Schule gehabt, so würde er auch Augen dafür
gehabt haben, daß das Buch nicht „nur auf eine energische Bestreitung der
geistlichen Schulaufsicht hinausläuft"***), sondern daß in ihm noch viele
*) Ob rvobl wirklich der Stand als solcher angegriffen war? Schwerlich
hat der Herr Minister solchen Angriff beabsichtigt. Welcher Christ sollte nicht
diesen Stand ehren und lieben so gut wie den engverwandten der Geistlichen?
Aber arge Schäden sind in beiden möglich und jederzeit bei einzelnen Ver
tretern zu tadeln. Die Red.
**) Hierauf sehen wir einer Erklärung des betr. uns völlig unbekannten
Herrn entgegen. Die Red.
***) Der Artikel fügt hinzu: verbunden mit Vorschlägen für die Neu
gestaltung. Die Red.

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