,Die geistliche Schulinspektion.
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fragen wir aber: Welche Kirche meint der Rez.? Meint er die römische,
die altkatholische, die altlutherische erster oder zweiter Potenz, die hannoversch-
lutherische, die bayrisch-lutherische, die holländisch-reformierte, so hat er
allerdings recht; denn Dörpfeld steht nicht auf dem Boden einer dieser
sich für die wahre Kirche ansehenden*) kirchlichen Gemeinschaften. Aber
warum soll Dörpfeld auch gerade auf einem solchen Boden stehen?
Vielleicht um dem Herrn Rez. Gesellschaft zu leisten? Dörpfeld steht
auf dem Boden der preußischen Landeskirche, wie sie in seiner nieder
rheinischen Heimat zur Ausgestaltung gelangt ist, und würde es dem
Rez. schwer fallen, aus seinen Schriften oder seinem Leben ein anderes
nachzuweisen. Es hat uns nicht fein von dem Rez. scheinen wollen, daß
er hier vor der Untersuchung durch ein tadelndes, nicht zu beweisendes
Urteil Dörpfeld einen Flecken anzuhängen sucht**). Der Herr Rez. möge
uns folgende Fragen beantworten. Wenn jemand auf dem Boden des
positiven Christentums steht und diese (soll hoffentlich heißen die christ
lichen) Interessen der Kirche wahrzunehmen bedacht ist, was ist dann
noch von ihm zu fordern? Sind andere als christliche Interessen der
Kirche berechtigt?***) Doch folgen wir den Ausführungen des Rez. weiter.
Wie er vorhin schon, trotz des auf der Universität gehörten Logikums,
die Begriffe „fachmännische" und „geistliche Schulinspektion" nicht unter
scheiden konnte, so irrt er jetzt, indem er behauptet, Dörpfeld sehe das
Heil der Schule in einer Schulverfassung. D. sieht gewiß nicht mit
Unrecht in einer allen Interessen gerecht werdenden Schulverfassung eine
für das Gedeihen der Schule nützliche Einrichtung. Darf darum Rez.
von ihm behaupten, er sehe das Heil der Schule in einer Schulver
fassung? Vermutlich hat Rez. es keineswegs für gleichgültig gehalten,
ob die Kirche eine presbyteriale, konsistoriale oder bischöfliche Verfassung
dereinst unter großen Gerichten und Heilssühnungen als Einheit in die Sicht
barkeit treten wird. Unter den Personen, namentlich allerlei Lehrern und
Predigern, möglichst Verständigung und Einmütigkeit anbahnen zu helfen, ist
unser Sehnen und eine Hauptaufgabe des Deutschen Evangelischen Schulvereins.
In diesem Sinne sind auch die Anmerkungen gemeint, die wir diesem Artikel
beifügen, vor und nach dessen Lektüre wir 1. Kor. 13 zu lesen bitten. Die Red.
*) Diese Behauptung zu vertreten überläßt die Red. dem Herrn Einsender.
**) Ich hoffe, das hat dem Herrn ganz fern gelegen. Er wollte, nehme ich
an. vielmehr Dörpfelds christlichen Standpunkt bereitwillig anerkennen. Doch
überlassen wir es ihm, sich selbst zu verteidigen. Die Red.
***) Was der Herr Einsender hier will, ist uns nicht recht klar geworden.
Die Red.

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