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Bernhard Wöpcke f-
Bernhard Wöpcke f»
Dem Manne, den dieser Name nennt, wurde Anfang Oktober bei
der Meldung seines Heimganges in verschiedenen pädagogischen Zeit
schriften das seltene Ehrendenkmal gesetzt: „Ein ausgezeichneter Schul
mann." Das Königliche Provinzial-Schnlkollegium und die Königliche
Regierung zu Magdeburg, denen er als Mitglied angehörte, riefen ihm
damals nach: „Der Verstorbene, gleich ausgezeichnet durch Eigenschaften
des Geistes und des Charakters, hat während eines langen Berufslebens
in den verschiedensten Stellungen unvergeßliche Verdienste um das Schul
wesen und zugleich die Liebe aller erworben, die mit ihm verkehren durf
ten. Wir trauern um ihn als einen hervorragenden Amtsgenossen und
wahren Freund." Der Magdeburger Lehrerverein hat durch eine beson
dere Deputation der hinterlassenen Witwe seine aufrichtige Anhänglichkeit
und tiefe Trauer um den Verlust eines solchen Vorgesetzten kundgegeben,
ähnliches haben die seiner Fürsorge befohlenen Seminare der Provinz
Sachsen bezeugt. Aber auch weitere Kreise der Schulwelt, Lehrer und
Lehrerinnen in den Provinzen Schlesien, Westfalen und Rheinprovinz
werden die Nachricht von seinem Tode mit lebendiger Teilnahme und
zugleich Dankbarkeit vernommen haben, und nicht minder wird der
Deutsche Evangelische Schulverein gerne Näheres über seine Arbeit und
seinen bewegten Lebensgang hören, da er eines seiner ältesten Mitglieder
war und in früheren Jahrzehnten an seinen Arbeiten sehr thätigen An
teil genommen hat.
Bernhard Leopold Friedrich Ludwig Wöpcke war am 9. April 1815
in Dessau geboren und zwar, da sein Vater als Königlich Preußischer
Postdirektor dort fungierte, als „eines preußischen Beamten Sohn," wie
er sich mit Vorliebe oft nannte. Das Gymnasium absolvierte er in
Wittenberg, dann studierte er vier Jahre in Halle Theologie, wo er zu
gleich ein Jahr als Freiwilliger diente. Studiengenossen von ihm er
zählen, daß er allgemein als scharfer Denker bekannt gewesen sei und
sich mehr als sonst wohl üblich, in die Philosophie vertieft, ebenso, daß
er vorzügliche theologische Prüfungszeugnisse sich erworben habe. Nach
zweijähriger Hauslehrerzeit in einer Familie von Kotze, unweit Aschers
leben, die ihm bis in die Gegenwart hinein dankbare Anhänglichkeit be
wahrt hat, gehörte er zwei Jahre dem Predigerseminare zu Wittenberg
an und wurde im Mai 1843 in Annaburg als Schloßprediger und
Schulinspektor am Königl. Militär-Knaben-Erziehungsinstitut angestellt.

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