Die geistliche Schulinspektion.'
343
Der Rez. glaubt einen rechten Trumpf ausspielen zu können, indem
er behauptet, seiner Erörterung gegenüber dürfe man nicht von weit
greifenden ethischen, psychologischen, logischen und dergleichen Studien
reden, wie Dörpfeld, Zahn und Landfermann thäten, denn solche Lehrer
bildung sei ein Phantom. Dem gegenüber fragen wir: Wo haben diese
Männer also geredet? Als Zahn und Landfermann schon vor 40 Jahren
eine sachverständige Leitung des Schulwesens verlangten, da haben sie
nirgends von solchen Studien gesprochen; wohl aber hatten sie selbst soviel
Logik gelernt, daß sie einsahen, wenn für die Arbeit in der Schule eine
besondere berufliche Bildung nötig ist, dann kann dieselbe für die Be
aufsichtigung und Beurteilung dieser Arbeit erst recht nicht entbehrt wer
den. Soviel für diesmal!
Wir erklären hier ausdrücklich, daß obiger Aufsatz nicht von uns
veranlaßt ist, und auch nicht da, wo wir nichts hinzugefügt, als Aus
druck unserer Meinung gelten darf, wir verweisen ferner zu weiterer
Orientierung auf die gegen unsern Freund und Mitordner Dörpfeld sich
richtende Darlegung von Dekan Lic. Strack im christlichen Schulboten,
die gewiß der Beachtung wert ist. Eine streng objektive Darlegung
dessen, was der immer anregende und das Beste wollende Dörpfeld gesagt
hat, würde uns für unser Blatt willkommen sein, auch eine rein sachliche
Kritik. Eine Rezension ist bisher hier nicht gebracht, da uns dazu kein
Exemplar der „Leidensgeschichte" zugesandt ist. Die Red.
Noch ein Wort über die Pflege des Volksliedes in Gesangvereinen.
(Zweiter Teil des Aufsatzes im Februarheft.)
Von C. Ho er st er,*) Lehrer in Gelsenkirchen.
Die Aufgabe der Volksgesangvereine besteht in der Wiedererweckung
und Pflege des einfachen Volksliedes zum Zweck reicherer Entfaltung des
Gemütslebens. — Im Volksleben zeigt sich ein Erkalten, eine Erschlaffung
des idealen Strebens, alles scheint mehr oder weniger überkrustet zu sein
von der Schale selbstsüchtiger Berechnung. „Begegnet uns nicht", sagt
vr. Möbius, „häufiger und immer häufiger so mancher Jüngling, der
wohl einen weiten Überblick in dem Reiche des Wissens gehalten und vor
dem die wunderbaren Regungen und Wallungen des menschlichen Herzens
*) Im Februarheft stand fälschlich Horcher.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.