Zweigverein Stettin.
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die Hauptsache bleibt die Einprägung in das Herz; die aber unserm
Geschlecht einzuschärfen, thut not, und dazu sollte man die pädagogisch
ausnehmend praktische, von Gott selbst in der ausdrücklichen Absicht auf
Behaltbarkeit und stete Vergegenwärtigung angeordnete Form doch be
nutzen. Das heilige Gesetz ist auch seiner Form nach mit höchster päda
gogischer Sorgfalt und Weisheit bedacht, und wir sollten es gleichfalls
mit großer Sorgfalt behandeln und beobachten, auch im Unterricht.
C. Schmidt-Zülzefitz.
Zweigverein Stettin.
Schon wieder in diesem Jahre hat Gott ein Mitglied unseres
Zweigvereins aus der irdischen Laufbahn abgerufen. Am 12. April
starb der Konsistorial- und Schulrat Dittrich. Julius Albert
Wilhelm Dittrich, geb. am 30. August 1823 zu Braunau in Schlesien,
erhielt seine Schulbildung auf dem Gymnasium zu Liegnitz, studierte auf
der Universität Breslau Theologie, bekleidete seit 1849 die Pfarrstelle Arns
dorf, Kreis Hirschberg, sodann die Pfarrstelle Bärsdorf, Kreis Haynau,
wurde 1864 zum Regierungs- und Schulrat in Köslin ernannt, 1866 zum
Konsistorial- und geistlichen Rat und wirkte seit 1879 hier in Stettin
als Regierungs- und Schulrat.
Trotz seiner umfangreichen amtlichen Thäügkeit ist der Entschlafene
dem Verein ein treues Mitglied gewesen. Er ist aber noch mehr ge
wesen, er war ein mannigfach anregendes und mit dem reichen Schatz
seines Wissens und seiner Erfahrung die Verhandlungen in besonderem
Maße förderndes Mitglied, zumal er die Gabe besaß, mit eigenartiger
Klarheit und Bestimmtheit zur Geltung zu bringen, was er zur Beleh
rung anzuführen hatte oder wie er über die Sache urteilte. Neben dieser
Klarheit und Bestimmtheit trat aber nicht minder die Wärme der Em
pfindung hervor, wenn die Besprechung dazu Veranlassnng bot, beson
ders, wenn sie sich auf Religiöses erstreckte. Seine religiöse Überzeugung
stellte sich dann dar als lebendiger, schlichter und ungeschminkter evan
gelischer Glaube, wie derselbe in den Predigten, welche er gelegentlich in
hiesigen Kirchen hielt, auch für weitere Kreise mit erbauender Freudig
keit zum Ausdruck gelangte.
Doch wir wollen hier nicht über den engen Kreis des Schulvereins
hinaustreten, um etwa noch andere Seiten seiner gesegneten Wirksamkeit
zu würdigen. Hier handelt es sich nur um ein dankbares Gedenken des

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