Nochmals: Die geistliche Schulaufsicht.
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Nochmals: Die geistliche Schulaufsicht.
Je größer die Gefahr ist, in die Behandlung dieses Themas persön
liche Gereiztheit und „Standesbewußtsein" einzumischen, wie die Stim
men aus dem Verein evangelischer Lehrer und Schulfreunde aus Rhein
land und Westfalen im Julihefte dieses Blattes wieder bewiesen haben, um
so ernstlicher sollten die Glieder unseres Vereins und alle Teilnehmer
der deutsch-evangelischen Schulkongresse bemüht sein, über die Schulaufsicht
möglichst sachlich zu debattieren und nicht, wie das leider häufig geschieht,
aus der mangelhaften Qualifikation oder dem taktlosen, unangemessenen
Verhalten einzelner Geistlichen oder Lehrer Beweisgründe pro oder
contra hernehmen. Aber aus prinzipiellen Gesichtspunkten allein läßt
sich die Frage, wer die Lokalschnlaufsicht zu führen hat — denn um diese
handelt es sich zur Zeit besonders — nicht entscheiden; die gegebenen
Verhältnisse sind dabei mit in Betracht zu ziehen. Die nachfolgenden
Thesen beziehen sich, soweit sie nicht prinzipieller Art sind, auf die nord
östlichen Gegenden Deutschlands, deren Schulverhältnisse dem Einsender
am bekanntesten sind. Einsender glaubt versichern zu dürfen, daß die in
den nachfolgenden Thesen ausgesprochene Überzeugung in den christlich
gesinnten Kreisen des nordöstlichen Deutschlands der Hauptsache nach die
herrschende ist. Wenn die nachfolgenden Thesen eine sachliche Debatte
fördern sollten, so ist ihr Zweck erreicht.
Thesen:
1. Die Volksschule soll dem Staate (einschließlich der poliüschen
Gemeinde), der Kirche und der Familie dienen. Diese drei Faktoren
haben Pflicht, Recht und Interesse, dafür zu sorgen, daß die Schule ihren
Zweck erfülle und alles darin „ordentlich" zugehe. Ein Teil dieser Pflicht
erfüllung ist die Schulaufsicht.
2. Diese Aufsicht hat dafür zu sorgen, daß den vom Schulregimente,
in welchem Staat und Kirche vertreten sein müssen, gegebenen Anord
nungen nachgelebt werde, und hat sich zu erstrecken:
a) auf die äußeren Schulverhältnisse, als Instandhaltung von Schul
haus, Schulzimmer-Einrichtung, Spielplatz re.;
b) auf Handhabung der Disziplin und den erziehlichen Einfluß des
Lehrers, und deshalb auch auf dessen Verhalten in und außer
halb der Schule;
c) auf das Verhalten der Schüler, auch außerhalb der Schule im
öffentlichen Verkehr;
ä) auf Jnnehaltung des Lehr- und Stundenplans (Stoff und Methode);

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