Bernhard Wöpcke f.
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seminar zu Bunzlau im Mai 1856 entsprach deshalb seinen Wünschen
anfangs keineswegs. Aber sein Gesuch, ihn noch ferner in Weißenfels
zu belassen, beschied der Herr Minister dahin, daß er zwar die vorge
tragenen Gründe ehre und darin einen erneuten Beweis seiner Gewissen
haftigkeit und Hingebung an sein Amt erblicke, aber seinem Wunsche im
Interesse der Bunzlauer Anstalten nicht entsprechen könne. Um einen
Beweis zu geben, wie hoch der Minister das Amt schätze, in welches
Wöpcke versetzt werden solle, sei die Ernennung unmittelbar bei des Königs
Majestät beantragt. Sein Vorgänger in Bunzlau war Stolzenburg,
welcher zum Regierungs- und Schulrat in Liegnitz ernannt worden war.
Wöpckes Name lebt heute noch fort in den Herzen seiner Schüler in
den Provinzen Sachsen und Schlesien. Es wurde wiederholt nicht nur
von den nächsten Aufsichtsbehörden, sondern von dem Herrn Minister
selbst hervorgehoben, wie die Erhaltung und Förderung des Rufs der
seiner Leitung anvertrauten Anstalten, die Blüte, in der dieselben standen,
vorzugsweise seiner Thätigkeit zu verdanken sei. — Er ist auch für
seine Versetzung nach Bunzlau später noch dankbar geworden; denn er
hat jederzeit mit Freuden von seiner dortigen Wirksamkeit gesprochen und
dort seine Lebensgefährtin gefunden, die jetzt mit drei Kindern um ihn
trauert.
Im August 1862 wurde er von des Königs Majestät zum Konsi-
storial-, Regierungs- und Schulrat ernannt. Sobald ihm im späteren
Leben die Frage vorgelegt ward, woher sich sein Titel Konsistorialrat
schreibe, da er ja doch nicht im Konsistorium arbeite, pstegte er wohl
kurz zu antworten: „An einem Königswort soll man nicht drehen noch
deuteln." Er wurde zunächst der Regierung zu Minden, im Dezember 1865
der zu Düsseldorf, im April 1868 der Regierung und dem Provinzial-
Schulkollegium zu Koblenz, und 1871 diesen beiden Behörden zu Mag
deburg überwiesen. In Düsseldorf wäre er gern geblieben, da er im
dortigen Bezirk eine seltene Opferwilligkeit für das Volksschulwesen
gefunden. Aber er war für das Dezernat über die evangelischen Semi
nare der Rheinprovinz am Schulkollegium in Koblenz ausersehen.
1871 wurde ihm eine gleiche Stellung in Magdebung oder Straßburg
zur Wahl gestellt. „Ich war nun einmal für die Festung bestimmt",
referierte er später gern in scherzendem Ton. Er wählte die Provinz,
in der er sich bereits früher wohlgefühlt und die an seine Heimat grenzte.
Als in den siebziger Jahren die Staatsregierung des Herzogtums Anhalt
an das Provinzial-Schulkollegium zu Magdeburg das Gesuch richtete,

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