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Was soll noch endlich daraus werden?
auch so schreibt, wie man spricht. Neben den Briefen, die man
empfängt, sind es unsere lieben Zeitungen vor allem, welche darin das
Äußerste leisten. Unsere politischen Zeitungen zunächst huldigen zum
großen Teil einer so nachlässigen Schreibweise, daß sie auch die auffällig
sten Sprachfehler und Provinzialismen sich gestatten, ja oft sogar wie
die kleinen Kinder reden. Nun zählen aber leider in unserem Volke die
jenigen, die nichts weiter lesen als eine oder mehrere politische Zeitungen
(und welches Geistes Kinder sind die oftmals!) nach Tausenden, und, da
es ihnen selbst zumeist an Sprachgefühl, an Sinn für ihre Muttersprache
und an einiger sprachlichen Bildung fehlt, so nehmen sie aus diesen
Quellen ihrer Bildung zwar selten den ganzen Stil, aber doch gerade
die neuen Wendungen und Wörter derselben in ihre Sprache auf, — zu
meist ganz unbewußt, etwa so, wie im Zeitraum eines Menschenalters
der Dialekt eines Städtchens durch den Einfluß einiger besonders nach
lässig redenden Tonangeber sich auffallend veränderte.
Ich fand neulich irgendwo den Gedanken ausgesprochen, man könne
es unsern Zeitungsredakteuren bei der Hast, mit welcher sie zu arbeiten
gezwungen sind, nicht verdenken, wenn sie unrichtig schreiben; wir aber
meinen: wer sich einmal zum Zeitungsschreiber, d. h. zum Lehrer und
Sprecher des Volks, auswerfe, solle seine Muttersprache soweit in seiner
Gewalt haben, daß er sie auch in der Eile, wenn auch nicht geschmack
voll und gewandt, so doch wenigstens richtig zu schreiben wisse; er müsse
sich stets bewußt bleiben, ob er gerade Volks dialekt, Beamtensprache
oder Studentendeutsch anstatt Schriftdeutsch in die Feder nehme.
Jene dreierlei Spracharten sind es nämlich, aus denen man seit
einigen Jahren die unschönen Lappen nimmt, welche man auf das herr
liche Kleid unserer teueren Muttersprache zu flicken beliebt, so daß, wenn
man in gleicher Weise fortfährt, die Zeit nicht mehr fern ist, wo man
vor lauter Lappen nichts mehr von diesem Kleide sehen wird, mit andern
Worten, wo die deutsche Sprache vollständig umgestaltet, d. h. unwieder
bringlich verderbt sein wird. Von der kindischen Ausdrucksweise, die
wir oben berührten, wollen wir nicht weiter reden, weil es zu weit führen
würde. „Er äußerte zu einem Engländer", — „die ihnen zuwideren
Schweizerpillen", — „die Gewalt ist in den Händen des Präfekten ver
sammelt", — er hatte den Verkehrten im Verdacht", — das nenne
ich Kindersprache. Auch von einer anderen Art von Lappen, von
den Fremdwörtern, wenn man sie auch da gebraucht, wo ein bezeich
nendes deutsches Wort zu geböte stehen sollte, wollen wir diesmal nicht

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