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Was soll noch endlich daraus werden?
müssen sie hochdeutsch zu reden gewohnt werden. In Realschulen und
Gymnasien sollte es sich von selbst verstehen, daß die Schüler in und
außer den Lehrstunden ein reines Deutsch zu sprechen sich befleißigen,
leider aber wird im Süden unseres Vaterlandes in dieser Beziehung viel
gefehlt. Man fordert nicht zu viel, wenn man verlangt, daß jeder
Lehrer, das Vorbild seiner Schüler in allen Stücken, auch in der
Sprache, vor seinen Schülern ein reines Hochdeutsch spreche, — soweit
dies möglich ist, d. h. wohl wird man ihm anmerken dürfen, aus welcher
Gegend er stammt (denn gewisse Eigentümlichkeiten der Aussprache, wie
sie einzelnen Volksstämmen und Gegenden eigen, werden selten völlig
überwunden); aber soweit müßte freilich seine Sprache dialektfrei sein,
daß die Schüler nicht erst aus dem Zusammenhang darüber klar werden
müßten, ob ihr Lehrer von „Griechen" oder „Kriegen", von „Reue"
oder „Reihe", von „Fliegen" oder „Flüchen" rede, oder daß sie nicht,
durch seine Aussprache irre geführt, schreiben: „Er begleitete ein Amt".
Noch viel weniger freilich dürften grammatische Fehler vorkommen, wie
sie dem Dialekt eigen sind. Es dürfte nicht geschehen, daß der Herr
Inspektor, wie wir es erlebten, im Examen zu einem Kinde sagt: „Les
emal!" oder daß ein Lehrer, wie wir das leider ebenfalls mit eigenen
Ohren hörten, regelmäßig spricht: „Nun nimm ich noch 25 Pf. dazu,
wie viel beträgt dann die Summe?" „Jetzt gieb ich euch noch ein
Exempel auf", ja, sogar: „Wenn ihr diesen Aufsatz mit Sorgfalt aus
arbeitet, so versprich ich euch, nächstens einen Spaziergang mit euch
zu machen", oder daß er, wie es in manchen Gegenden gewöhnlich ist,
spricht: „Ich habe ihr ein Brötchen holen lassen", wo es heißen soll:
„Ich habe sie ein Brötchen holen lassen", oder: „das gehört mein, dein,
sein, unser, euer", ja: „das gehört meine, deine, seine, unsere, eure, ihre".
Ebenso wie diese Fehler muß er nun auch jene leider so tief ein
gedrungenen Ausdrücke der Beamtensprache und des Studentendeutsch
sorgfältig meiden und sie seinen Schülern nicht gestatten. In diesem
Blatte bedarf es selbstverständlich keiner weiteren Ausführung, wie Lese
stücke, Aufsätze und Proben aus unsern Klassikern so behandelt werden
müssen, daß sie auch diesem Zwecke dienen, und wie der Lehrer hier auf
das Richtige, Schöne und dem guten Geschmack Entsprechende aufmerksam
machen müsse.
Thut der Lehrer in diesen Beziehungen gewissenhaft das Rechte,
so hat er auch das Recht, von seinen Schülern zu erwarten, daß sie auf
ihre Sprache und Aussprache den höchsten Fleiß wenden. Er muß ja

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