Was soll noch endlich daraus werden?
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bei jedem Schüler auf eine artikulierte Aussprache dringen. Er darf,
sobald Auswendiggelerntes hergesagt wird, kein ungehöriges Wort dulden,
worin bekanntlich viele Lehrer fehlen, weil eine ungemeine Selbstzucht
dazu gehört, immer die gleiche gespannte Aufmerksamkeit' zu bewahren,
wenn ein Kind nach dem andern dasselbe hersagt. Ebensowenig darf
er in den Antworten seiner Schüler oder außer der Schule im Gespräche
mit ihnen einen sprachlichen Fehler oder einen undeutschen und unedeln
Ausdruck ungerügt lassen. Ich danke es heute noch meinem Herrn
Gymnasial-Direktor, daß er mir in Zeiten die falsche süddeutsche Aus
sprache des rs und rst abgewöhnte, und meinem geliebtesten Lehrer, daß
er mich auf das Unpassende eines von mir gebrauchten Wortes auf
merksam machte. Viele der lieben Vereinsgenossen werden, wenn sie dies
lesen, sich dankbar eines oder des andern ihrer Lehrer erinnern, der sie
wegen eines Sprachfehlers oder eines falsch gebrauchten Wortes tadelte.
Wenn das, was wir uns hier zu fordern erlaubten, mit aller
Treue geübt wird, so wird die Volksschule ihre besseren Schüler mit
einem einigermaßen richtigen Sprachgefühl und mit dem Sinn für die
Reinheit und Schönheit unserer Muttersprache entlassen. Diejenigen aber,
welche nach der Konfirmation in höhere Schulen übergehen, werden einen
guten Grund gelegt haben, auf welchem sie bei fernerer Anleitung und
Gewöhnung mit Sicherheit weiter zu bauen vermögen. So dürften mit
der Zeit aus unseren Schulen Leute hervorgehen, denen ihre Mutter
sprache etwas viel zu Wichtiges und Wertvolles ist, als daß sie in den
Ton einstimmen, der jetzt leider immer mehr zur Herrschaft kommt. Bis
dahin aber bleibt uns nichts anderes übrig, als daß ein jeder im Umgang
mit andern über seine Ausdrucksweise wachen und darin ein Vorbild
geben lerne. Sodann wird es wohl gelten, gegen jede Verunstaltung
unserer Sprache Zeugnis abzulegen. Lasset uns hierin von unserm „Erb
feinde" lernen". Die Franzosen haben in der Regel im Umgang mit
uns die löbliche Gewohnheit, jeden falschen Ausdruck dadurch zu korrigieren,
daß sie in ihre Antwort den richtigen einstechten.
Wir wissen, wie Geist und Sprache eines Volkes auf das innigste
zusammenhängen und in Wechselwirkung zu einander stehen; so helfe
Gott, daß auch in diesem Stücke noch alles zum besten sich wende!

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