D. Martin Luthers.
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Zum 2. Gebot: a) ,des HErrn' d) die Drohung; doch steht die
selbe im großen Katechismus an derselben Stelle und in der Bibel
übersetzung 1545.
Zum 4. Gebot: Die Verheißung; doch steht sie auch in der Aus
gabe von 1542.
Zum 9. und 10. Gebot ist zu bemerken, daß Luther im Katechis
mus überall ,begehren' hat, nicht .gelüsten'; ebenso .Schein des Rechts'
nicht ,des Rechten', ebenso ,und' nicht ,noch'.
Die Schlußworte haben außer der Frage ,was sagt nun Gott rc.'
keine besondere Überschrift; ebenso ist Luthers Lesart: ,in tausend Glied'
wiederhergestellt. Die von Luther vorgenommene Versetzung dieser Droh-
hungs- und Verheißungsworte der heiligen Schrift an den Schluß des
Gesetzes ist beibehalten.
2. Das Attribut .den Allmächtigen' ist zu .Gott, den Vater' be
zogen, nicht zu .Schöpfer' gegen Luthers Ausgabe von 1542, und mit
gutem Grunde, da Luther in seinen Ausgaben selbst schwankt und dem
nach die Sache und die Entstehungsgeschichte des Zusatzes entscheiden
muß. Im großen Katechismus 1529 und im Taufbüchlein 1529 und
1539 zieht auch Luther den Zusatz die — Übersetzung des hebräischen:
Zebaoth d. h. Herr der Heerscharen — zu dem vorausgehenden. Brenz
bezieht ihn nie zu .Schöpfer'. In den althochdeutschen Formeln steht
es — das Attribut — entweder für sich oder gehört zum voraus
gehenden.
Im 2. Artikel hat Luther: .einigen'; die Textrevision ,ein-
gebornen' im Anschluß an das jetzt übliche und an die niedersächsische
Übersetzung des kleinen Katechismus von 1529. Luthers ,v o n der Jung
frau' (nicht .aus') ist beibehalten.
Die Textrevision setzt vor .auferstanden' .wieder' ein, was Luther
nicht hat; damit schließt sie sich an das Konkordienbuch an.
Luther hat: .erworben, gewonnen und von allen Sünden' dies
.und' ist weggelasseu, weil kein Erklärungs- und Deutungsversuch genügt.
Luther hat 1542: .Eine heilige christliche Kirche' dagegen in
den übrigen Ausgaben ein mit kleinem Anfangsbuchstaben. Die Revision
druckt .eine' (klein). Das Wort .katholisch' des lateinischen Textes hat
Luther in .christlich' umgeändert; und somit hat auch die Textrevision
das .allgemeine' nicht eingesetzt; denn nicht die historisch-grammatisch
richtige Erklärung des Apostolikums hat für unsere Kirche Bekenntnis-
Geltung, sondern die Auffassung Luthers, sei sie auch eine benutzende
Umgestaltung.

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