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Zum Luther-Jubiläum-
Türken", die uns den Reformator als begeisterten Patrioten vorführt, bildet
den Übergang zu den Predigten, von denen zwei seiner schönsten (wider die
Schwarmgeister am Sonntag Jnvocavit 1522 und die für den Pfingstmontag
aus der Hauspostille) mitgeteilt sind. Daran schließen sich naturgemäß eine
Anzahl geistlicher Lieder, die uns Luther als Schöpfer des deutschen Kirchen
liedes zeigen, nebst etlichen Gebeten. In einigen Proben seiner Bibelerklärung
(namentlich den klassischen Vorreden zum Psalter und zum Briefe an die Römer)
lernen wir ihn ferner als den unvergleichlichen Schriftausleger kennen. Als
eins der wesentlichsten Stücke des Ganzen folgt darauf eine Auswahl von Briefen.
Den Schluß bilden endlich etliche kleinere Sachen vermischten Inhalts und einige
Proben aus den Tischreden.
So eignet sich das Buch, welches auch als treffliches historisches Lesebuch
gelten darf, bei seiner eleganten Ausstattung besonders als Prämie und Fest
geschenk, ist auch für Schülerbibliotheken sehr zu empfehlen. An einer — schein
baren — Kleinigkeit haben wir jedoch Anstoß genommen (S. 2), daß nämlich
Luther erkannt habe, durch den Glauben an Christum, d. h. durch innige
Herzensgemeinschaft mit ihm werde man gereckt und selig. Ist das
objektiv Luthers Erfahrung? Daß der Sünder, so beschwert er ist, die freie Gnade
Gottes in Christo ergreift, das macht ihn vielmehr gerecht, so schwach auch
die Hand sein mag, die zugreift. Und diese Erfahrung allein kann arme Sünder
trösten. Daß wir ja nicht im Lutherjahre aus unserm Glauben etwas machen,
das als Tugend dargestellt werden könnte: um Christi willen werden wir
gerecht vermöge des Glaubens als des Mittels, das ihn erfaßt, aber nicht etwa
um des Glaubens willen. kriueiplw obstu. Wird doch der Hauptartikel der
Augustana nur zu oft oberflächlich gefaßt und dadurch dem evangelischen Leben
unsäglicher Schaden gethan.
Friedrich Baum: Das Leben D. Martin Luthers. Der deutschen
evangelischen Christenheit und insbesondere auch der Jugend derselben erzählt.
2. Abdruck. Nördlingen, 1883. C. H. Beck. V und 291 S. 8.
Der Evangelische Oberkirchenrat in Berlin hat in einer Zuschrift
an die Verlagsbuchhandlung Baums Jllustr. Leben Luthers ein „durch sorg
fältige Darstellung und künstlerische Ausstattung hervorragen
des Buch" genannt. Wir treten diesem Urteil nach eigener Prüfung vollständig
bei und rühmen auch die Gediegenheit echt evangelischen Glaubens, welche das
Ganze durchweht. Deshalb machen wir mit besonderer Freude, namentlich zur
Verbreitung unter evangelischen Schülern, auf das Buch aufmerksam, das sich
— ungeachtet des reichen Schmuckes von Abbildungen, der es für den jugend
lichen Leser zumal doppelt empfehlen wird, auch durch einen sehr billigen Preis
auszeichnet. Es kostet in einzelnen Exemplaren im Buchhandel (bei 18 3 / 4 Bog.
Umfang nebst 13 Vollbildern und 36 Textillustrationen, fast ausnahmslos nach
gleichzeitiger Darstellung) 1,75 M. geheftet und 2,50 M. fein in Ganzleinen
gebunden; um aber den S ch u l a n st a l t e n die Empfehlung des Buches zu
erleichtern, hat der Verleger sich entschlossen, denselben bei Bezug von 150 Exem
plaren auf einmal eine Preisermäßigung auf 1,20 M. für das geheftete
und 1,80 M. für das gebundene Exemplar einzuräumen. Unter den bis jetzt
erschienenen Lutherbiographien für die Jugend jedenfalls ein hervorragend wert-

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