Zum Luther-Jubiläum.
. 399
Die Pädagogik vor Luther (als Einleitung.) Quellen. Lehrprinzipien (Recht
fertigung aus dem Glauben, allgemeines Priestertum, alleinige Autorität der
Bibel). Lehrstoff. Lehrform. Lehrmittel. Lehramt. Lehranstalt. Lehrziel. Das
pädagogische Charakterbild Luthers. Das klar und warm geschriebene Büchlein
verdient lebhafte Empfehlung, zumal für Lehrer und Prediger, da nach Luther
beide „des Lehramts" warten.*)
L. Heinemann (Dirigent und Seminarlehrer in Wolfenbüttel): Luther
als Pädagoge. Festgabe an Eltern und Lehrer. Braunschweig 1883. Brühn.
IV und 91 S. 8. Brosch. 1 M.
Soweit wir bei flüchtiger Durchsicht des eben eingetroffenen Büchleins sehen,
ist dasselbe durch Klarheit und Lebendigkeit der Darstellung, sowie durch gute
Ausstattung der Empfehlung wert.
K. Mayer (Pfarrer in Meissenheim): Lutherbüchlein für Schule und
Haus. Mit Illustrationen. Karlsruhe. Reiff. 1883. 64 S. kl. 8., drosch. 30 Pf.
25 Expl. ä 25 Pf.. 100 ä 20 Pf.
Mit der Beurteilung Luthers im Verhältnis zu Zwingli, die letzterem sicht
lich den Vorzug gibt, können wir uns nicht einverstanden erklären (man ver
gleiche über die Tiefe der vorhandenen Differenzen, welche Köstlin ruhig aner
kennt, z B. die gelehrten Ausführungen des verewigten Gustav Plitt in seinem
gründlichen Werke- Einleitung in die Augustana. Erlangen. Deichert 1867/68).
Übrigens gefällt uns das Büchlein in den zahlreichen Illustrationen und in der
Darstellung wie im Druck recht wohl. Daß ein besonderes Kapitel Luther
als Beter darstellt, ist gewiß zu loben. Die Rückseite des Umschlags zeigt das
Lutherdenkmal in Möhra.
A. Wolter (Rektor in Wilsnack): D. Martin Luther. 64 S. drosch.
Oranienburg. Freyhoff. 1883. Mit 10 Illustrationen. 20 Pf.
Das Titelbild Luther ist recht ansprechend, wie mehrere Holzschnitte im
Innern, die Erzählung nicht ohne Lebendigkeit, gleichwohl das Büchlein zu be
sonderer Empfehlung unseres Erachtens neben manchem besseren nicht geeignet.
Rur nebenbei gedenken wir der kleinen Illustration S. 27, wo das Lutherdenkmal
auf dem Marktplatz zu Wittenberg doch zu sehr verschwimmt. Bedenklicher ist
der etwas kleine Druck, der z. B. gegen Palmie und Mayer unvorteilhaft ab
sticht. Und auch der Ton ist uns nicht ganz recht, vielleicht für unsere alt-evan
gelische Art zu modern. Man lese S. 13: „Auch ihn konnte ahnungslos und
mit Gedankenschnelle der Tod in sein Schattenreich abführen." Er „kam immer
wieder zu dem Resultat zurück: du hast dem Himmel ein Versprechen gegeben,
und das mußt du ohne Umschweife halten": S. 56: „sehr zuträglich, daß er
sich mit einer ordentlichen und praktischen Frau verband, denn, um es kurz zu
sagen: zu wirtschaften verstand der gelehrte Herr Professor sehr wenig"; S. 63:
„dann aber schlummerte der große Geist hinüber in ein besseres Jenseits. Der
*) Die in besonderem Abdruck bei Gaertner in Berlin 1883 erschienene
Programm-Abhandlung von Joh. Müller (32 S. u. IV) über Luthers „refor-
matorische Verdienste in Schule und Unterricht", welche nach dem Urteil der
Reuen Evang. Kirchenzeitung den Leser in ansprechender Weise orientiert, liegt
uns leider nicht vor.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.