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Ball: der Katechismus-Unterricht
gebürt, unschuldigem, freiwilligem und stellvertretendem Leiden Jesu zu
sprechen. Damit ist der Wichtigkeit jenes Satzes nicht genug gethan. Ist
doch, weil und da Christus der Mittelpunkt aller Religion ist, die Betrach
tung seines Erlösungswerkes der Centralpunkt des religiösen Unterrichts,
worauf auch die Kinder in geeigneter Weise aufmerksam zu machen sind.
Dann wird nach dem bisher angegebenen Gange der Satz erklärt. III,
6. 6 wird besonders müssen zur Geltung kommen (die Beziehung zum
Texte, scheinbar ganz dunkel, wenigstens der Form nach, ist aufzu
hellen) —, so daß ein subjektives Empfinden und Glauben von Seiten des
Kindes zu erwarten ist, so daß „das Wort vom Kreuze" dem Kinde in
kräftigster Bedeutung vor die Seele tritt. Dazu soll und kann der Lehrer
mit helfen (denn allein kann weder er, noch kann das Kind dazu ge
langen, daß das Kind an Jesus Christus, seinen Herrn glaubt! 3. Artikel
Erklärung), indem er folgende Momente berücksichtigt:
a. Wieso ergiebt sich aus der Geschichte Israels, was wir im
Artikel sagen? Das strenge, starre, liebeleere Leben des Volkes Israel
unter Beachtung toter Opfer- und anderer Ceremonien ist durch die Be
handlung der alttestamentlichen Geschichten den Kindern deutlich vor die
Augen getreten; mit diesem zugleich ist das Familienleben in seiner Eng
herzigkeit, das Halten von Sklaven, die grausame Bestrafung von Sün
den zur Darstellung gelangt.
Aus den Geschichten des neuen Testamentes haben sie gesehen, wie
erbärmlich und elend das religiöse, nationale und soziale Leben Israels
war, wie Haß und Habgier und Hochmut das Volksleben bis in seine
innersten Tiefen untergruben. Da wecken plötzlich die messianischen Weis
sagungen, vom Lehrer in einer bestimmten Reihenfolge (in der biblischen
Geschichte) den Kindern geboten, den Wunsch nach Erlösung im Gottes
volke. Äußere Umstände aller Art, die einen negativ, die andern positiv,
steigern diese Sehnsucht. Die Verheißung der Geburt Jesu und seines
Vorläufers führt das Volk der Erlösung näher. Und endlich sehen die
Kinder, wie es hell wird über Bethlehems Fluren, wie die Klarheit
des Herrn die armen unwissenden Hirten um- und erleuchtet, wie all
mählich der Morgenstern des Heils aufgeht mit dem Lichte der Gnade
über die, so da wohneten im finstern Lande in Finsternis der Sünde
und im Schatten des Todes, wie Engel die Friedenshymne erklingen
lassen. Und des Heilandes Leben zeigt am besten, wie alle jene schönen
Erwartungen der Väter verwirklicht werden konnten durch den Erlöser:
sein inniges Verhältnis zu seinen Anhängern, seine Liebe zu den Armen

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