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Zur geistlichen Schulaufsicht.
feindlich diskreditieren, sondern es sollten nach Anleitung von Apostelgeschichte
Kap. 15 „die Apostel und Ältesten", die Schulobern, Geistlichen und Lehrer in
brüderlicher Gemeinschaft zusammentreten und zusammenhalten, „diese Rede zu
besehen." Hierzu anzuregen, das ist der Zweck dieser Zeilen. Die kirchen
feindliche Presse jauchzt nach des Herrn Einsenders Wort dem Verfaster
zu-, möge nun die kirchenfreundliche Presse ihr Votum abgeben. Nach
des Herrn „Sincerus" Ansicht — das liest man nur zu deutlich zwischen den
Zeilen — muß das Urteil, in die Bibelsprache übersetzt, lauten: „Kreuzige,
kreuzige ihn!" (? ? Ko.) Das soll uns indessen vorderhand nicht anfechten. Mögen
die Herren und Brüder im Osten, die Geistlichen und der positiv christliche Teil
des Lehrerstandes nur allseitige, leidenschaftslose und schulfreundliche
Kritik an dem Dörpfeldschen Buche üben: alles gewissenhaft prüfen und das
Gute behalten und für die Realisierung des als gut Erprobten mannhaft ohne
Schielen nach rechts und links eintreten. Das wünschen von Herzen mit dem
Verfasser die Brüder im Westen. —
3. So wenig ich bei aller Anerkennung der Verdienste unseres lieben Mit
ordners Dörpfeld seine Anschauungen in der vorliegenden Frage als objektiv
richtig zu bezeichnen vermag, vielmehr meine, daß Erörterungen wie die eines
Lehrers über „Liberale Volksschul-Jdeale" in dem August-Heft der Konservativen
Monatsschrift der Herren v. Nathusius und v. Ortzen: ein sehr wohlthätiges
Gegengewicht gegen jene Richtung bilden (ohne daß ich jeden Ausdruck mir
aneigne), so habe ich doch geglaubt, in dem Vereinsblatt noch eine Stimme der
Dörpfeldschen Partei sich äußern lassen zu sollen, zumal dieselbe den christlichen
Standpunkt so bestimmt festhält. Vor allem leitet mich dabei der Wunsch, der
Verkennung Dörpfelds im Osten zu wehren, der hier öfters einfach als
liberaler, kirchenfeindlicher Mann angesehen wird, er, der vor allem ein christ
licher Lehrer sein wollte, ferner ein Volksschullehrer und endlich ein zu
friedener Volksschullehrer, der bei seinem Scheiden aus dem Amte offen be
kannte. „Wer den Herrn Christus kennt, der sagt: ich möchte kein Mensch sein,
wenn ich kein Christ sein könnte. Christ sein heißt einen Heiland haben und
sich von Gottes Gnade getragen wiffen durch Glück und Unglück, durch Freud
und Leid dieser Zeit hindurch und von Ewigkeit zu Ewigkeit." (Bericht über
die zu Ehren des Herrn Rektor Dörpfeld am 8. Mai 1880 veranstaltete Abschieds
feier. Extra-Heft des Ev. Schulblatts. 1880. Gütersloh. Bertelsmann.) — Mit
solchem Manne muß eine Verständigung möglich sein, namentlich im Zwie
gespräch, vor allem, wenn man auch den Westen kennt, und vollends, wenn
etwa Herr Dörpfeld einmal ein Jahr als Kreisschulinspektor im Osten wirken
könnte. Der Gott aber des Friedens heilige uns durch und durch und
eine die einander Widerstrebenden im Osten und Westen in Christo durch die
Liebe. Der Hauptordner.
Beurteilungen und Anzeigen.
Allerlei Sang und Klang. Erzählungen und Skizzen von Emil Fromme!.
Berlin. Wiegandt und Grieben. Kart. 2,25 M.

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