Weferlinger Zweigverein.
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Gustav Warneck, von besten Allg. Mistionszeitschrift, wohl der bedeutendsten
unter allen Missionsblättern, gegenwärtig der 10. Jahrgang bei Bertelsmann
(kompl. 7.50 M.) erscheint: „Die Heidenmistion eine Großmacht in Knechtsgestalt,"
32 S. 8 in Umschlag Halle. Frick. 1883. 25 Pf. und d esselbe n „Die Mission
in der Volksschule" 19 S. 3. Bertelsmann. (Separatabdruck aus der „Allg.
Mistionszeitschrift.") vr. Kolbe.
Verhandlung im Weferlinger*) Zweigverein des Deutschen
Evangelischen Schulvereins.
Anwesend waren: Holtzheuer, Hachtmann, Willing, Brinkmann, Köhn,
Sechting, Schöndube, Kaun, Fräulein Öhm, Parske, Koth, Rotermund, Schauland.
I. Die einheitliche Textgestaltung des Lutherischen Katechismus.
Der Notstand, welcher sich aus den verschiedenen Lesarten sowohl für den
Unterricht, als auch, beim Vaterunser, für das gemeinsame Gebet ergibt, wurde
konstatiert.
Superintendent Holtzheuer beantragt, den Herrn Ordner vr. Kolbe zu
ersuchen, derselbe wolle es an geeigneter Stelle zum Ausdruck bringen, wie auch
der hiesige Zweigverein die Herstellung einer einheitlichen Textgestalt des Luthe
rischen Katechismus für ein dringendes Bedürfnis hält. Der Antrag wurde
einstimmig angenommen.
II. Der Kirchendienst des Lehrers.
Auch der niedere Kirchendienst, führte Superintendent Holtzheuer aus, ist
des Lehrers mit nichten unwürdig. Keine ehrliche Arbeit schändet. Auch die
Superintendenten hätten sehr untergeordnete Verrichtungen. Niemand halte ihnen
einen Boten oder Kanzlisten, wie sie allen im Range gleichstehenden weltlichen
Beamten gehalten würden. Boten- und Kanzleidienste habe der Superintendent
selbst zu besorgen: und es sei gut, daß alle, die in der Kirche Christo dem
allerhöchsten Herrn dienen, auf keinerlei hohen Stühlen säßen. Viel wichtiger,
als daß der Lehrer von der Reinhaltung des Altars loskomme, sei es, daß er,
was ihm so äußerlich Unbedeutendes obliege, dem Herrn thun lerne. Die Leitung
des Gemeindegesanges könne allein schon für die Mühen des eigentlichen Küster-
Anmerkung. Der geehrte Lehrer aus der Provinz Sachsen, der mir
unlängst freundlich seine Sympathie für evangelische Erziehung in einem Briefe
aussprach, aber bedauerte einer Provinz anzugehören, wo für den Ev. Schul
verein so wenig Teilnahme sich zeige, wolle sehen, daß es doch auch in Sachsen
sich regt. Möchten nur mehr pädagogische Konferenzen in unserem Sinne zu
sammentreten. Gemeinsames Beten und Beraten ist uns nötig. Übrigens
sind .mir Zuschriften, wie der Brief jenes Lehrers, auch wenn sie Beschwerden
enthalten, immer willkommen. Freilich kann ich nicht allen Klagen abhelfen,
schon darum nicht, weil allen gefallen unmöglich ist, auch deshalb nicht, weil
ich nicht meine persönlichen Ansichten in der Zeitschrift darzustellen habe, sondern
möglichst den Verein in seinen verschiedenen Kräften sich äußern lassen will.
Kolbe.

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