1883. Xo. 10,
GvMgeliscliez ÄonatsOtatt
für die deutsche Schule.
Organ des Deutschen Evangelischen Schulvereins.
Erscheint am 15. jedes Monats und wird den Mitgliedern gratis und franko geliefert.
Für Nichtmitglieder Preis des Jahrgangs 4 M. Alle Buchhandlungen und Post
anstalten nehmen Bestellungen an. — Beiträge für das Blatt sind an den Her
ausgeber, Inserate für den Umschlag an die LZerlagshandlung zu senden.
Für letztere wird die Petitzeile oder deren Raum mit 30 Pf. berechnet. — Anmel
dungen für den Verein sind an dessen Schriftführer, Lehrer Sielaff in Stettin,
Pölitzerstraße 94 zu richten. Die Jahresbeiträge (3 M.) nimmt der Kassierer,
Gymnasial-Elementarlehrer Lüttschwager zu Treptow a. Rega, entgegen.
Die Aussprache fremder geographischer Eigennamen in der Schule.
Von Alb. Heintze, Oberlehrer am Gymnasium zu Stolp i. P.
Der Aussprache fremder geographischer Eigennamen hat man in
neuester Zeit besondere Aufmerksamkeit zugewendet, namentlich auch in
den für die Schule bestimmten geographischen Lehrbüchern. Während
in diesen früherhin, zum teil noch vor zehn Jahren, Fingerzeige zur
richtigen Aussprache mehr vereinzelt und ohne Gleichmäßigkeit gegeben
wurden, wird jetzt möglichst bei jedem Namen aus nichtdeutschem Lande
die abweichende Aussprache in Klammer dahintergesetzt, auch wohl, so
oft der Name vorkommt, jedesmal wiederholt. An sich ist das ja ein
löbliches Bemühen und ein erneuter Beweis der deutschen Sorgfalt und
Gründlichkeit. Verfolgt man aber die Sache im einzelnen, so entstehen
doch mancherlei Bedenken, und die Frage drängt sich auf, ob dies Ver
fahren auch ein ganz gerechtfertigtes sei, ob es nicht vielfach einseitig
werde und über das Ziel hinausschieße.
Zunächst hat ein solches Verfahren für den Schüler eine nicht
unbedeutende Vermehrung der Arbeitslast zur Folge. Der Schüler muß
sich allein für Europa etwa ein Dutzend sehr verschiedener Aussprechweisen
merken: portugiesisch, spanisch, italienisch, französisch, englisch, nieder
ländisch, schwedisch, polnisch, russisch, magyarisch rc., wozu noch so und
so viel Sprachen, zum Teil wilder Völker, in den anderen Erdteilen
kommen. Es ist das eine Beschwerung des Gedächtnisses, die man nicht
so leichthin und ohne Not dem Schüler zumuten soll, zumal in einer
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