fremder geographischer Eigennamen in der Schule. 421
so ist die notwendige Folge eine erneute Schwächung des vaterländischen
Sinnes. Darum ist, was wir auf dem Gebiete geographischer Benennun
gen an ererbtem deutschen Sprachgute haben, sorgfälüg als ein nationaler
Besitz zu bewahren und nicht zu vermindern, eher, wo es angeht, zu ver
mehren.
Nach diesen Vorbemerkungen gehen wir zu einer genaueren Betrach
tung der Ortsnamen im einzelnen über.
Ein Hauptpunkt ist die richtige Betonung. Eine falsche Betonung
ist häufig störender als die falsche Aussprache eines Lautes. Vorzüglich
ist in diesem Punkt auf die dreisilbigen Namen zu achten; von ihnen sind
auf der drittletzten Silbe zu betonen unter andern: *)
Cordoba, Malaga — Monaco, Modena, Gargano, Brindisi;
Spalato — Orsova — Janina — Odense; Dalarne
(schwed. „die Thäler"), Torneä — Ladoga — Kandahar
— Sahara — Maori. — Ihnen schließt sich von viersilbigen
namentlich Himalaya an.
Dagegen sind auf der vorletzten Silbe betont:
Granada; Ticino, Pavia; Morea, Cerigo; Upsala; Onega,
Poltawa, Nikolajew, Saratow — Sinope; Buchara;
Macao; Medina — Zambesi, Somali — Barbados,
Tabago— von viersilbigen: Saloniki; Stalimene — Vene
zuela u. a.
(Auch Sebastopol wird im Russischen auf der vorletzten betont,
was unserm sprachlichen Gefühle widerstrebt und nur bei gleichzeitiger
Abstumpfung der letzten Silbe auch im Deutschen stattfindet, z. B. in
Konstantinopel, Philippopel, Neapel. Es muß daher gestattet sein,
Sebastopol aus der drittletzten zu betonen, ebenso Tarnopol und alle ähn
lichen Bildungen).
Anders stellt sich die Sache, wenn zwei- oder mehrsilbige Namen
auf der letzten Silbe betont werden sollen, wie geographische Lehrbücher
besonders vorschreiben bei einer Reihe spanischer Ortsnamen:
Aranjuez, Badajoz, San Sebastian, Jerez, Gibraltar,
Mahon —
*) Hier wie überhaupt in diesem ganzen Aufsatz sind im allgemeinen nur
diejenigen Orte berücksichtigt, welche für die Schule (Gymnasium) wirklich in be
tracht kommen. Die geographischen Lehrbücher enthalten meist zuviel, selbst die
jenigen, welche, wie Daniel-Kirchhofs, sich verhältnismäßig beschränken. So sind
z. B. in Italien Orte wie Susa, Casale, Lecce, Foggia sehr entbehrlich.

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