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Heintze, Die Aussprache
ferner bei griechischen Namen:
Corfu, Patras, Naxia —
bei russischen:
Mohilew, Tambow, Bender, Cherson, Taganrog, Kasan,
Ural —
endlich bei Namen in fremden Erdteilen:
Baku*), Eriwan; Iran, Afghanistan, Teheran, Jspahan,
Schiras**); Turan, Turkestan, Aral-(See); Kaschmir,
Hindu, Hinduft an, Madras; Bagdad; Hedschas, Jemen***)
— Suez, Kordofan, Fessan — Iukatan, Panama, Tri
nidad; Peru u. a.
Hier muß es erlaubt sein, den Ton, entsprechend dem deutschen Be
tonungsgesetze zurückzuziehen (auf den Stamm), bei zweisilbigen Wörtern
auf die vorletzte, bei mehrsilbigen auf die drittletzte Silbe, wie denn auch
die eben angeführten Namen meist wohl so in Deutschland betont werden
und in dieser Form eingebürgert sind. Es wäre pedantisch, wollte man
hier durchaus nur die fremde Betonung gelten lassenf). Mit der Zurück
ziehung des Tones hängt dann auch die Verkürzung des Vokals der
letzten Silbe zusammen.
Dieses deutsche Betonungsgesetz ist am gleichmäßigsten bei den bib
lischen Ortsnamen durchgeführt, die ja durch die Bibel längst bei uns
eingebürgert und mit unserer Sprache gleichsam verwachsen sind.
Also:
Jordan (trotz dem hebr. Jarden und dem lat. Jordänes), Hebron,
Babel, Moab; Ararat (trotz dem ursprünglich langen Vokal in
der mittleren Silbe, hebr. arärat), Libanon (hebr. lebänö'n),
Kanaan, Galater, Epheser; Kapernaum rc.
Nur wenn der Vokal der vorletzten Silbe sich auf doppelte Konso
nanten stützt, wie in Gomorra, oder selbst ein Doppelvokal ist, wie in
*) — „zwischen
den Felsen Gagra's, Baku's Feuerherden" (Gottschall in der „Rose vom
Kaukasus").
**) „Die Rosen Schiras blühen auf vor mir" (ebendort).
***) Reim auf „Schemen" bei Freiligrath im „Löwenritt".
4) Wie weit hier in der Nachgiebigkeit gegen das Fremde gegangen wird,
zeigt besonders auffallend Seydlitz, welcher diese Betonung auf der letzten Silbe,
den Russen zu lieb, sogar bei Ortsnamen deutschen Stammes vorschreibt, wie
Dünabürg, Orenbürg.

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