Königin Elisabeth von Preußen und der Papst.
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VIII. Das Verhalten des Schülers außerhalb der Schule und des Hauses
untersteht der Aufsicht und Zucht beider.
IX. Sittliche Vergehen, für welche die Schule eine zweckentsprechende
Strafe nicht verhängen kann, sind der elterlichen Zucht zu über
lassen, soweit dieselbe irgend die erforderliche Garantie bietet.
X. Durch die Erziehung zum Gehorsam, zur Ehrerbietung und zur
Liebe gegen die Eltern stärkt der Lehrer seine eigne Autorität,
wie es auf der andern Seite Psticht des Hauses ist, das Ansehen
des Lehrers in den Augen des Schülers zu heben.
XI. Bei der Erziehung zum Fleiß, zur Gewissenhaftigkeit, zur Ordnungs
liebe soll und kann das Haus die Schule unterstützen.
XII. Persönliche Berührungen zwischen Schule und Haus müssen mög
lichst gesucht, durch warme Teilnahme des Lehrers an dem Er
gehen des Zöglings und seiner Familie, sowie durch rege Betei
ligung der Eltern bei wichtigen Vorkommnissen im Schulleben,
bei Schulfeiern und öffentlichen Prüfungen das Band zwischen
Schule und Haus fester geknüpft werden.
Anmerk. Korreferent: Lehrer Wille in Wisbu.
Königin Elisabeth von Preußen und der Papst.
Es war am 3. Februar 1850. Der König Friedrich Wilhelm IV.
hatte sich zu einem Besuch beim Papst Pius angemeldet, wurde aber
unwohl. Die Königin mußte also, weil er es wünschte, allein hinfahren,
und da sie auch im reifsten Alter fast noch jungfräulich schüchtern war,
überkam sie ein Anflug von Befangenheit. „Wenn er mich," sagte sie,
„fragen wird, warum ich evangelisch geworden?" „Wird nicht fragen!"
fiel der König ein. Aber noch unterwegs konnte Elisabeth diesen Gedanken
nicht loswerden. Beide, der Papst und die Königin, saßen in einem
großen Saal in Lehnsesseln dicht nebeneinander. Die Begleitung stand
entfernter. Der Papst war anfangs sehr heiter, erzählte launig, ein
Amerikaner habe einmal gefragt, warum in den vielen schönen Räumen
des Vaticans, seines Palastes, keine Bälle gegeben würden, und er habe
geantwortet: ein Papst gibt keine Bälle. Beide lachten hier herzlich
und laut. Da plötzlich wurde die Unterhaltung still, ernst. Der Papst
fragte: „Warum, Majestät, sind Sie aus dem Schoß der römischen Kirche
getreten?" Die Befangenheit der Königin war verschwunden. Sie sagte
fest und fröhlich: Aus Überzeugung! Wenn man als Gemahl einen solchen

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