Der Zweigverein Stettin im Jahre 1882.
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aber ein seelsorgerliches Ziel, welches in der These nicht genügend zum
Ausdruck gelangt wäre. Konsistorialrat Brandt hält die Formulierung
seiner These aufrecht und hebt hervor, wie unabgeschlossen in jeder Hinsicht
das Religiöse bei dem Kinde in der Schule bleibe und wie die Kirche
es sei, welche mit mütterlichem Arm die weitere Führung übernehmen
müsse. Nachdem u. a. auch Gymnasialdirektor Dr. Weicker sich mit
der These einverstanden erklärt hat, welcher er aber noch gerne die
Worte „und willige" vor Teilnahme hinzugefügt sehen möchte, was der
Referent acceptiert, und nachdem der Vorsitzende (Dr. Kolbe) durch
mehrfaches Eingreifen in die Debatte die Vermittelung der sich mehr
ergänzenden als widersprechenden Ausführungen gefördert und seinerseits
die Wichtigkeit der religiösen Kenntnisse besonders für die höheren Schulen
ins Licht gestellt hat, nachdem er auch darauf hingewiesen, wie die Schule
das angedeutete Ziel nur erreichen könne, wenn sie vom Hause Unter
stützung erhalte, wird zur zweiten These übergegangen „Lehrmittel
hierzu nicht die Bibel, sondern der Katechismus (Laien
bibel)." Mit ihr hatte der Referent, welcher die Bibel nur als Lese-
und Erbauungsbuch und nicht als Lehr- und Lernbuch ansehen will,
einen schweren Stand, und die hierbei hervortretende Verschiedenheit der
Ansichten pflanzte sich auch auf die nächste These fort: Lehrer wie
Schüler haben sich der kirchlichen Autorität des Katechismus in gleicher
Weise unterzuordnen. Es wurde darauf hingewiesen, daß unmittelbare
Autorität nur der Schrift zukomme, wogegen Referent geltend machte,
daß auch die nicht unmittelbar biblischen Stücke des Katechismus doch
offenbarungsgemäß seien.
An den abgerissenen Faden wurde in der März-Sitzung wieder
angeknüpft mit der These: Die biblische Geschichte soll zunächst
in den Katechismus einführen, sodann in ihm ihren Zu
sammenschluß und höheres Verständnis finden. Es wurde
eingewandt, daß Selbständigkeit und Selbstzweck der biblischen Geschichte
nicht aus dem Auge gelassen werden dürfe (besonders von Konsistorialrat
Dittrich), während andererseits die in der These liegende Forderung
der Konzentration der geschichtlichen Materien Anerkennung fand (Rektor
Bischofs).
In der Mai-Sitzung wurde die folgende These besprochen: „Die
kirchliche Heilslehre ist dem Kinde nur durch den Katechis
mus zu vermitteln; was darüber hinausgeht, gehört nicht
in die Schule. Auch ist hierbei der Gang des Katechismus

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