454 Trenkel: Was können wir für die Hebung
machen auf der Stelle ein kräftiges Nachthun; an die Mitteilung schließe
sich gleich die Einübung, an das Können die anhaltende energische Übung
bis zur Fertigkeit.
Wie beim Fortschreiten in der Erkenntnis der Schüler immer kurze
Schritte zu thun hat, so sind auch dem Willen immer nächste Ziele zu
setzen. Allerdings soll der Schüler auch das letzte und höchste im Auge
behalten; aber wer den Zweck will, muß vorerst die Mittel wollen und
zwar in der Reihenfolge, in welcher eins das andere bedingt. Nur wer
Sprosse für Sprosse ersteigt, erreicht die Spitze der Leiter. An kleinen
Aufgaben wird der Wille geübt. In der Lösung der ersten
erstarkt nicht allein die Kraft für die folgenden, sondern der Schüler
lebt sich auch, indem er Station nach Station zurücklegt, in eine plan
mäßige Ordnung hinein, durch deren Festhaltung er zum Gefühl der
Sicherheit kommt und sich immer harmonisch thätig weiß. In der
Schulpraxis ist in dieser Hinsicht schon das Ausführen zusammengesetzter
Thätigkeiten am Anfange und Schlüsse der Lektion nach Teilkommandos
von Bedeutung. Wichtiger ist die Beachtung der Regel, für Hausauf
gaben im Memorieren, Schreiben und Rechnen kleine, den Kräften und
der verfügbaren Zeit angemessene Portionen auf kürzere Zeiträume zu
verteilen, die Leistungen aber zur festgesetzten Zeit und in möglichster
Vollkommenheit zu fordern.
Eine Grundbedingung für die Hebung der Willenskraft ist ferner
Frische und Regsamkeit bei allem äußeren Thun. Hell
muß der Flügelschlag lebendiger Thätigkeit erklingen, daß es gewisser
maßen an den Zimmerwänden widerhallt. Wo Dumpfheit und Unbehagen
bleischwer auf der Klasse lastet, da erlahmt der Wille. Denn rüstiges
Leben und Bewegen in der frischen Gegenwart ist die Lebenslust, in der
er wächst. Darum sind Turnübungen, namentlich ineinandergreifende
Ordnungsübungen und Bewegungsspiele von so großer Wichtigkeit. In
ihnen fühlt sich der Schüler als Meister über seinen Leib, bekommt sich
selbst in die Gewalt und gewöhnt sich an tapferes Handeln, wie an be
herztes Vorgehen der in sich gesammelten Kraft. Man braucht bei
solchen Übungen die Knaben nur anzusehen, um wahrzunehmen, wie hier
„das Wissen vom Können" aus ihren Augen sprüht.
Hier dürfte auch die Stelle sein, noch auf ein anderes Reizmittel
der Willenskraft hinzuweisen. Man wird die Bemerkung gemacht haben,
daß die wenigsten Verstöße gegen die Schulordnung in
allen den Momenten gemacht werden, in denen die Klasse

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