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Der Zweigverein Stettin im Jahre 1882.
(Gesetz — Glaube — Leben) inne zu halten." Referent führte
zur Erläuterung aus, wie das Kind ein Recht habe, die Lehre der Kirche
in ungetrübter Reinheit kennen zu lernen und davor bewahrt bleiben
müsse, etwa lediglich persönliche Ansichten eines Lehrers zu vernehmen;
ferner wie der Lehrer nicht systematisieren dürfe, sondern einfach und
schlicht der Katechismusweise sich anschließen müsse; wie über den Stoff
des Katechismus im allgemeinen nicht hinauszugehen sei, denn auf das
Vielerlei komme es nicht an, sondern darauf, daß das Wenige, was
nötig sei, gut gelehrt werde.
Bei der lebhaften Aussprache über diese Punkte trat keine wesentlich
abweichende Meinung zu Tage. — Die Frage, wo die richtige Stelle
für die Lehre von der Sünde sei, ob am Schluß der Gebote oder
zwischen dem ersten und zweiten Artikel, wird vom Referenten dahin be
antwortet, daß man sich nicht scheuen dürfe, denselben Gegenstand, wo
es der Kachtechismus erfordere, mehrfach zu behandeln, wovon ein unrich
tiges Systematisieren abbringen könne. Die mehrfache Behandlung werde
sich leicht zu einer mannigfaltigen gestalten lassen. — Ein anderer zur
Sprache gebrachter und längere Zeit das Interesse fesselnder Punkt war
die Lehre von den göttlichen Eigenschaften. Dieselbe erschien
mehreren der Anwesenden, in der gewöhnlichen Manier behandelt, wenig
fruchtbar und insofern nicht unbedenklich, als sie leicht zu dem Irrtum
verführen könne, daß man Gottes Wesen mit dem Verstände zu umspannen
vermöge. Was Gott für uns gethan in Schöpfung, Weltregierung und
Heilsgeschichte, aus der Erkenntnis und Erfahrung davon erwachse unser
Wissen von ihm. Hinsichtlich der Beschränkung des Stoffes wurde an
erkannt, daß z. B. die Lehre vom tausendjährigen Reich nicht in den
Schulunterricht gehöre.
In der Juni-Sitzung referierte der Vorsitzende, Sup. Hoffmann,
über die Arbeiten zur Revision der Lutherschen Bibelübersetzung, an
welchem Werke er selbst beteiligt ist. Der Vortrag ist im wesentlichen
so, wie er gehalten, im Monatsblatt (August-Heft 1882) abgedruckt.
In der August-Sitzung berichtete Lehrer Siel aff über die Er
fahrungen, welche er in den Juli-Ferien als Führer einer der von Stettin
ausgesendeten Ferienkoloni en gemacht hatte. Referent, dem das Ver
dienst gebührt, diese ganze Sache Hierselbst in Fluß gebracht zu haben,
hat sich in seinen Hoffnungen nicht getäuscht gefunden. Seine Kolonie
bestand aus 12 Knaben und war in Dievenow stationiert. Das genau
geregelte Leben wurde anschaulich geschildert. Die Teilnahme der Bade-

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