des Willenslebens unserer Schüler thun?
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das macht das Erziehungswerk zu einer Posse, welche die Schüler be
lachen. Stille Würde und Hoheit das zweite. Einmal gebieten, ruhig
und fest, ohne ein überflüssiges Wort, ein Bewußtsein, daß das, was
man verlangt, aus der hoch über Schüler und Lehrer liegenden gott
gesetzten Ordnung genommen ist, das gibt der sittlichen Forderung den
rechten Nachdruck. Denn je höher in der sittlichen Welt etwas herab
geholt wird, desto tiefer senkt es sich in das Herz. Endlich väterliche
Wärme. Immer muß der Schüler fühlen, daß ihm bei dem Streben
nach dem, was vor Gott und Menschen recht ist, der Erzieher ein Ge
hilfe sein will. Egoismus stößt ab; eisige Kälte legt eine Reifdecke über
das liebebedürftige und nach Hilfe ausschauende Herz; der Ausbruch
roher Leidenschaftlichkeit verletzt; ein Despot wird immer über Wider
spenstigkeit und Trotz zu klagen haben. Wer durch einen Disziplinarfall
sich beleidigt fühlt, denselben nicht vergessen kann und lange nachzürnt,
gewinnt die Schüler nie, und wer sie, was auf dem einen Gebiete gefehlt
ist, auf dem andern entgelten läßt, den zeihen sie kleinlicher Rache. Beim
Blick auf die Wirksamkeit verschiedener Lehrer an derselben Anstalt kann
man oft die Wahrnehmung machen, wie die Herzen der Schüler dem
einen sich von selbst aufthun, und wie sie dem andern gehorchen, weil
sie müssen. Und was ist der Grnnd dieser Erscheinung? Dieser sucht,
ohne daß er es selbst ahnt, das Seine, jener, was des Schülers ist;
dieser will seinen Willen, jener will in selbstloser Hingebung an die Sache
und die Person das für beide geltende göttliche Recht; dieser herrscht,
jener regiert. Und „gar leicht gehorcht man einem edlen Herrn, der
überzeugt, indem er uns gebietet."
Wie aber kommen wir zu der rechten Herzensstellung in der Leitung
unserer Schüler? Ja, liebe Herren, da weiß ich keinen andern Weg als
den: Lassen wir uns anwehen und erfüllen von dem Geiste, der da ist
„ein Geist der Kraft, der Liebe und der Zucht." Er macht uns fest in
der Überzeugung, daß unser Wille mit dem göttlichen eins ist, reich an
der Liebe, die alle umfaßt und auch nach dem Strauchelnden die warme
Hand noch ausstreckt, und stark in dem Glauben an das von oben ver
liehene Königsrecht.
Werte Herren! Es ist ein gewagtes Ding, die Richtungen in der
Geschichte der pädagogischen Bestrebungen auf ein kurze Formel bringen
zu wollen. Doch glaube ich nicht fehlzugreifen, wenn ich folgendes be
haupte: Im Anfange der Gejchichte der Volksschule lief die Willens-

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