von Schule und Haus bei der Erziehung.
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wesentlich zum Begriff hat? Darum fordern wir auch von der
Schule nicht eine allgemein-menschliche, sonderneine spe
zifisch-christliche Erziehung. Dies gilt gleichmäßig von
allen Schulen, den höheren so gut wie den niederen. Wie
weit in unterrichtlicher Beziehung, in der Vermittelung allgemeiner Bil
dung, wie zur Vorbereitung auf den künftigen Lebensberuf ihre Ziele
auch auseinandergehen: in sittlicher Beziehung haben alle dieselbe Aufgabe.
Wie die Familie ihren unmündigen Gliedern gegenüber ihre sittliche
Aufgabe nur dann erfüllen kann, wenn sie von christlichem Geiste durch
drungen ist, so auch die Schule. Das Vorbild des Lehrers ist auch
hier das wirksamste Mittel. Jeden Menschen umgiebt gleichsam eine
moralische Atmosphäre, deren unmittelbaren Einflüssen jeder ausgesetzt
ist, der in Beziehung zu ihm tritt. Nur ein sittlicher Charakter kann
sittliche Charaktere bilden. Am Lehrer erzieht nicht bloß das Wort,
sondern die ganze Haltung. Das Geheimnis der Disciplin besteht darin,
sich selbst in Zucht zu halten.
Auch als Unterrichtsanstalt ist die Schule eine Organisation im
Interesse moralischer Bildung. Aller Unterricht soll erziehend wirken,
und der beste Erzieher wird auch der tüchtigste Lehrer sein.
Gleichwohl nimmt in der christlichen Schule in bezug auf Erziehung
zu sittlicher Persönlichkeit der Religionsunterricht die erste Stelle ein.
Für die Volksschule ist er das eigentliche Centrum; ihr fehlen bei dem
beschränkten Maß allgemeiner Bildung, das sie ihrer ganzen Stellung
und Aufgabe nach als Unterrichtsanstalt ihren Schülern mitzuteilen hat,
die Mittel, eine ethisch begründete Weltanschauung und eine sittlich be
stimmte Persönlichkeit zu erzeugen, wenn sie darauf verzichtet, im Reli
gionsunterricht ihre Einheit, ihr tragendes Fundament zu suchen. Aber
auch ihre mit Bildungsmitteln ungleich reicher ausgestatteten Schwestern
können für das höchste Ziel sittlicher Bildung jenes Faktors nicht entraten.
Selbst darüber, in welcher Form derselbe zu erteilen sei, ob kon
fessionell oder konfessionslos, kann unter Sachkundigen kaum Zweifel
herrschen. Abgesehen davon, daß in der Simultanschule die Farblosigkeit
der religiösen Unterweisung auch die übrigen Unterrichtszweige einer
ganzen Reihe sittlich wirkender Momente beraubt, entscheidet sich jene
Frage einfach durch die Erwägung der inneren Zusammengehörigkeit von
Schule und Haus. Jedes Haus ist durch die Zugehörigkeit zu einer
kirchlichen Gemeinschaft auch konfessionell bestimmt, und wie wesentlich
diese Bestimmtheit die Erziehung beeinflußt, kann demjenigen nicht ver-

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