von Schule und Haus bei der Erziehung.
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darf, so viel wird ihr daran liegen müssen, für ihre Disziplin das Ver
ständnis des Hauses zu gewinnen, ein Ziel das durch persönliche Be
rührungen zwischen Eltern und Lehrern bei einigem guten Willen von
beiden Seiten wohl zu erreichen sein dürfte. Diese Nötigung tritt nament
lich in denjenigen Schulen, in denen keine Censuren erteilt werden, also
in den meisten Volksschulen, besonders dringend hervor, wie ja hier in
der Regel auch die socialen Verhältnisse Möglichkeit und Gelegenheit zu
persönlicher Annäherung meist nahe legen. Überall aber bieten sittliche
Vergehen der Zöglinge, für welche es der Schule an zweckentsprechenden
Strafmitteln fehlt, dem Lehrer Veranlassung, die Mitwirkung des Hauses
in Anspruch zu nehmen, und bei der rechten Weise der Behandlung dürfte
der Lehrer selten Ursache haben, über Erfolglosigkeit seiner Bemühungen
in dieser Richtung zu klagen. Im Gegenteil werden gerade Berührungen
dieser Art, so unangenehm und peinlich zunächst die Veranlassungen sein
mögen, in der Regel die Wirkung haben, Schule und Haus einander
näher zu rücken, und darauf kommt doch für ein gedeihliches Zusammen
wirken beider im letzten Grunde alles an.
Darum muß d er Lehrer, wie er selbst keine Gelegenheit versäumen
darf, soweit es möglich ist, persönliche Rücksprache über seine Schüler
mit den Eltern derselben zu nehmen, auch für etwaige Klagen
und Beschwerden, Nöte und Sorgen derselben ein offenes
Ohr haben. Schroffheit und Härte entfremden, Freundlichkeit und
Zugänglichkeit erwecken Vertrauen und Liebe.
Über die Wichtigkeit der letzteren als Erziehungsmittel haben wir
bereits oben gesprochen; über die Möglichkeit, sich desselben zu bemächtigen,
hier nur wenige Worte. In jeder Schule und in jeder Klasse giebt es
außer einzelnen begabten und fleißigen Schülern, denen des Lehrers
Wohlwollen von selbst zufällt, einzelne schwache, untüchtige, unbegabte,
auch wohl unliebenswürdige. Ihnen besondere Sorgfalt zuzuwenden, ist
ja des Lehrer Pflicht; aber je williger und freudiger er sie übt, von
christlichem Erbarmen getrieben, um so gewisser erwirbt er zugleich der
Eltern Liebe und damit einen Bundesgenossen für seine Bemühungen,
den keine Strenge ersetzen kann. Ebenso bieten Erkrankungen des Schülers
oder der Glieder seiner Familie dem Lehrer Gelegenheit, seine Teilnahme
dem Hause zu bezeugen, wie auf der andern Seite wichtige Vorkomm
nisse im Schulleben, öffentliche Prüfungen und Schulfeiern, jenem Ver
anlassung geben, sein Interesse an der Schule und ihrem Gedeihen an
den Tag zu legen.

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