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Der Evangelische Schulkongreß zu Kassel.
An der Möglichkeit eines gedeihlichen Zusammenwirkens von Schule
und Haus auf dem Gebiete der Erziehung fehlt es also keineswegs; auch
Gelegenheit zu gegenseitiger Annäherung und Verständigung bietet das
häusliche wie das Schulleben in genügender Fülle. Möchten nur wir
alle, Eltern und Lehrer, es uns allezeit angelegen sein lassen, mit wirk
lichem Eifer und warmer Liebe und mit jener Gewissenhaftigkeit, wie sie
dem hohen Ziele christlich-sittlicher Bildung entspricht, die vorhandenen
Beziehungen und Verbindungen zwischen Haus uud Schule zu Nutz und
Frommen der uns anvertrauten Jugend zu stärken und zu pflegen!
(Das Korreferat von Wille in Wisbu folgt.)
Der Evangelische Schnlkongreß zu Kassel.
Ein Brief des Herausgebers.
Sie fragen, lieber Freund, ob denn wirklich auch mir der Schul
kongreß in Kassel so wertvoll und bedeutend erschienen sei, als er in den
öffentlichen Blättern unserer Richtung hingestellt werde. Es sei doch
eigentlich wohl nur wenig positiv dort vereinbart, und am Ende sei für
mich der Kongreß wohl nur deshalb so erfreulich gewesen, weil er ein
Anlaß geworden, der Niederwald-Feier beizuwohnen, woran ich sonst
schwerlich hätte denken mögen.
Nun die Stunden auf dem Niederwald sind mir freilich unvergeß
lich. Dies herrliche, weithin prangende Zeichen deutschen Ruhmes und
deutscher Gesinnung inmitten einer so lieblichen Natur hätte mich kalt
lassen sollen?! Und mußte nicht der Enthusiasmus der von fern und
nah herbeigeströmten Festgäste auch eine kritisch angelegte, kühl über
legende Natur mit sich fortreißen? Vor allem aber die freundlich milden,
seinen ehrfurchtsvoll grüßenden Landeskindern so väterlich leutselig zu
nickenden Augen unseres greisen Heldenkaisers — wer könnte sie vergessen?
— So war es wohl der Mühe wert, den Schlaf der Nacht nach ein
paar Stunden abzubrechen, um einem so einzigartigen Feste, dessen
Herrlichkeit selbst welsche Zunge gerühmt hat, fröhlich beizuwohnen, zu
mal wenn ein trauter Genoß in gleicher Herzensstimmung einem zur
Seite schritt.
Aber auch ohne das Nachspiel auf dem Niederwald wäre es in
Kassel schön gewesen. Schon der deutsch-christliche Humor konnte erquickend
wirken, wie er bei den freien Abend-Versammlungen und bei dem Festessen auf
Wilhelmshöhe so oft laut geworden ist. Was haben in der Hinsicht

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