Der Evangelische Schulkongreß zu Kassel.
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die Worte unseres Schlapp, die Schwabenstreiche des Diakonus Plank
in Eßlingen, das ganze Auftreten des Dekans Kübel aus demselben Städt
chen gewirkt! Daß ich nicht noch des jungen Pastors Ahlfeld gedenke,
dessen köstlichen Trinkspruch auf die Frauen Sie in der vorigen Nummer
des Monatsblattes gelesen haben, vulco 68t äoZixsro in loco.
Dort durfte man nach Luthers Art heiter sein. Ging doch so
viel gutes Bekenntnis in Predigt, Ansprache und Lied, in Vorträgen
und Diskussionen voran. Denn, was der vorige Kongreß in Frankfurt
als Ausgangspunkt genommen: „Es ist in keinem andern Heil
als in Christo, auch für unsere Schulen nicht" das haben wir
in Kassel voll und ganz festgehalten.
Wohl hätte es hier und da den Anschein gewinnen können, als
wolle der eine oder der andere der Teilnehmer Sonder-Interessen vor
drängen, zumal bei der heiklen Frage nach der geistlichen Schul
aufsicht, wo einmal in einer Rede die Standesehre (der Lehrer) in
höchst befremdlicher Weise in den Vordergrund geschoben ward. Doch
war die Predigt Burks, welche uns das Vorbild der Demut Christi
nach Phil. 2, 5 hinmalte, machtvoller und Kübels Mahnung, auf der
Hut zu sein vor dem Zank- und dem Ehr-Teufel. So kam es denn doch
zu einer Konkordia, und auch bei der Frage nach der Schulaufsicht
erkannte man als das Wichtigste an, der Zusammenhang zwischen Schule
und Kirche sei unbedingt zu erhalten, während der Ausschuß des Kon
gresses bis zur nächsten Versammlung weiter prüfen solle, wie die Schul
aufsicht am zweckmäßigsten, unter Berücksichtigung der Interessen aller
Beteiligten zu gestalten sei. Daß es aber verschiedene Möglichkeiten gebe
je nach der Verschiedenheit der Verhältnisse, gestand man allerseits zu.
— Gut war es bei der Versammlung, daß auch die Dörpfeldsche
Richtung, freilich erst am zweiten Tage der diesbezüglichen Verhandlung,
vollen Raum fand, sich auszusprechen und so neben anderem auch ihr
volles christliches Bekenntnis öffentlich darzulegen. Gerne habe ich,
obwohl schon auf dem Katheder und im Beginne meiner Rede, auf
das Wort verzichtet und den Verzicht aufrecht erhalten, um dem Haupt
lehrer Hogeweg zu freier, ungehemmter Meinungsäußerung zu verhelfen.
Daß wir im Osten vielfach ganz anders urteilen und andere Erfah
rungen machen als die lebhaften Rheinländer, das weiß man ja wohl
auch im Westen. Und wenn ein Berichterstatter bedauert, daß die prak
tisch-verständige Art der Nordostdeutschen, die ja auch nur in so wenigen
Mitgliedern des Kongresses vertreten gewesen sei, so wenig zu Worte ge

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