Der Evangelische Schulkongreß zu Kassel.
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Leider hielt ihn sein Übergang in die Oberhirten-Stellung zu Koblenz
uns diesmal ferne. Aber sein Ersatzmann Dr. Leimbach gab in seinem
lehrreichen Vortrage über Luthers Bedeutung für die deutsche Schule
doch etwas so Gediegenes und Frisches, daß man davon gute Anregung
für die kommende Lutherfeier und für das Amtsleben nach Hause nehmen
konnte.
Die Art, wie der Evangelische Lehrerbund unter Leitung
des Hauptlehrers G ö tz e in seiner in die Kongreßverhandlung selbst herein
gezogenen General-Versammlung sich kundgab, hatte etwas Achtungs
wertes und berührte uns vom Evangelischen Schulverein sympathisch, wie
wohl wir uns fragen mußten: War es denn nicht möglich, daß jene
lieben Leute sich uns eingliederten? Jedenfalls sehen wir in ihnen Bun
desgenossen und halten ihnen die Möglichkeit offen, sich mit uns zu kon-
föderieren, etwa durch Vereinigung unserer Monatsblätter zu einem ge
meinsamen Organe, womit vielleicht ein großer Fortschritt für das evan
gelische Schulleben gegeben wäre. Unsere besondere Fahne müssen wir
ja freilich noch ferner hochhalten. Denn ein so umfassender Verein
positiv-evangelischen Charakters wie der unsere existiert eben nicht auf
pädagogischem Gebiete. Wo wäre sonst die Ausdehnung über alle deut
schen Lande in dem Maße erreicht wie bei uns? Und — was noch
wichtiger ist — wo wäre so wie bei uns die Verschmelzung des Vater
ländischen mit dem Christentum betont? wo ferner auch die höhere
und die hohe Schule ins Auge gefaßt? wo sonst der Familienerziehung
der Blick ebenso zugewandt wie der Schule? Kurz unser Verein darf,
ob er auch alt geworden ist und hier und da sich steif und langsam ge
zeigt hat, seine Hand nicht sinken und seine Posaune nicht verstummen
lassen.
Und wollte er's, ein so alter Kampfgenosse wie unser Otto S chlapp
würde ihn wieder aufrufen zum Leben. Es war mit das Köstlichste,
was er auf dem Kongreß gesprochen. Sein unvergleichlich schöner Aufsatz
„Genuß und Spiel" im 3. Heft des ersten Jahrgangs unseres Monats
blatts hatte Anlaß gegeben, ihn mit einem Referate über die Bedeutung
des Spiels für die Jugendbildung zu betrauen. Und wie prächtig ist
er seiner Aufgabe gerecht geworden! Es war, als. ginge ein Hauch von
Paradieses-Frieden durch seinen Vortrag. Wie reif, wie männlich ernst
und wie verständnisvoll zugleich für die Kindesart tönten seine Worte!
Daß ich mich kurz fasse, bis zu Dr. Fricks ernstem Schlußwort
von der Konkordia zwischen Geistlichen und Lehrern, studierten und un

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